Kein Methanausbruch am Meeresboden am Ende der letzten Eiszeit

Für die Klimaforscher ist es ein Schreckensszenario: Durch die Erwärmung der Ozeane könnte es zu einer Freisetzung von gewaltigen Methanvorkommen am Meeresboden kommen und dieses Methan könnte der globalen Erwärmung weiteren Vorschub leisten.

Victoria (Kanada)/Corvallis (USA) - Doch jetzt zeigen neue Untersuchungen, dass der dramatische Anstieg des Methangehalts der Atmosphäre am Ende der letzten Eiszeit keinen submarinen Ursprung hatte. Vielmehr müsse das Methan in Feuchtgebieten oder durch Pflanzen freigesetzt worden sein, berichtet ein Team von Forschern aus Kanada, Neuseeland und den USA im Fachblatt "Science".

"Methan ist ein Gas, das ganz erheblich zur globalen Erwärmung beiträgt", erläutert Hinrich Schaefer von der University of Victoria, "seine Konzentration in der Atmosphäre hat sich seit der industriellen Revolution mehr als verdoppelt. Es ist für uns wichtig zu wissen, ob rasante Anstiege der Methankonzentration in der Vergangenheit eine globale Erwärmung ausgelöst haben oder vielmehr eine Reaktion darauf waren."

Methan wird durch viele unterschiedliche Prozesse freigesetzt, darunter die Verbrennung von Biomasse, Reisanbau, und Rinderherden. Eine immense Menge an Methan befindet sich in Form von Methanhydraten am Meeresboden. Dieses submarine Methan enthält mehr Kohlenstoff als alle Öl- und Erdgasvorkommen auf der ganzen Erde. Die Klimaforscher befürchten, dass diese Methanvorkommen durch die Erwärmung der Ozeane schlagartig freigesetzt werden könnten. Einen ähnlichen Effekt könnte es auch am Ende der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren gegeben haben.

Doch eine genaue Untersuchung der Isotopenverteilung des Methans in Bohrkernen aus dem grönländischen Eisschild zeigen, dass das vor 12.000 Jahren freigesetzte Methan seinen Ursprung nicht in den unterseeischen Ablagerungen gehabt haben kann. Die "Isotopensignatur" des Methans in den betreffenden Schichten der Bohrkerne stimmt nicht mit denen des submarinen Methans überein. Nach Ansicht der Forscher zeigt dies, dass das Methan am Meeresboden nicht an einem verstärkenden Rückkopplungseffekt der globalen Erwärmung beteiligt ist. Allerdings schließt dies nicht aus, dass andere Methanquellen wie etwa die arktischen Permafrostregionen eine wichtige Rolle bei der künftigen Klimaentwicklung spielen können.