Erwärmung der Meere verursacht stärkere Wirbelstürme

In den letzten 30 Jahren gab es zwar nicht mehr Wirbelstürme, doch ihre Stärke hat kontinuierlich zugenommen. Amerikanische Klimaforscher entschlüsselten nun die Ursache für diesen Wandel.

Atlanta (USA) - Laut ihrer Veröffentlichung in der Zeitschrift "Science" liegt der zentrale Grund für die Verdopplung der tropischen Wirbelstürme der stärksten Kategorien 4 und 5 in der Erwärmung der Ozeane. Laut Judith Curry vom Georgia Institute of Technology in Atlanta trügen andere Aspekte der tropischen Umwelt nicht substanziell zu diesem global beobachteten Trend. Die Forscher begründen diese Aussage mit Messdaten von 210 registrierten Tropenstürme im Zeitraum zwischen 1970 und 2004 in den tropischen Regionen des Atlantiks, Pazifiks und Indiks. Neben der Oberflächentemperatur der Meere analysierten Curry und Kollegen auch die Windverteilung und die mittlere Luftfeuchtigkeit. Zusätzlich zur Erwärmung des Meerwassers konnte kein weiterer Faktor für die globale Verstärkung der Stürme verantwortlich gemacht werden. "Wwenn man jedoch die Verstärkung einzelner Stürme betrachtet, können Faktoren wie die Windverteilung eine wichtige Rolle spielen", sagt Curry.

Insgesamt beziffert sich die Zunahme der mittleren Oberflächentemperatur der Meere zwischen 1970 und 2004 gerade mal auf ein halbes Grad. Allgemein basiert die Verstärkung der Stürme auf einem einfachen Zusammenhang: Die turbulenten Spiralen entstehen, wenn das Wasser der Ozeane verdampft und sich in drehenden Wolkenmassen anreichert. Je wärmer dabei das Wasser der Meere ist, desto mehr Energie kann einem Sturm zugefügt werden.

Wirbelstürme, je nach Region Hurrikan, Zyklon oder Taifun genannt, können einen Durchmesser von etwa 500 Kilometern erreichen und erstrecken sich bis in 15 Kilometer Höhe. Die Winde, die innerhalb eines Wirbelsturms herrschen, können über 250 Kilometer pro Stunde schnell werden und es treten Luftdruckschwankungen von bis zu 900 Hektopascal auf.