Die Erde ist kleiner als bisher angenommen

Unser Planet ist geschrumpft. Nach neuesten Messungen Bonner Wissenschaftler ist die Erde einige Millimeter kleiner als bisher angenommen. Diese extrem genaue Bestimmung des Durchmessers wurde mit Radiowellen, die fern aus dem All auf die Erde treffen, möglich.

Planet Erde
Planet Erde

Bonn - Wie die Forscher im Fachblatt "Journal of Geodesy" berichten, können die neuen Daten zu einer besseren Bestimmung des Meeresspiegelanstiegs infolge eines Klimawandels genutzt werden.

"Wir haben die weltweiten Messungen von 34 Partnern in 17 Ländern koordiniert und die Ergebnisse zusammengeführt", sagt Axel Nothnagel vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Uni Bonn. Radioteleskope haben dazu die Radiowellen ferner Quasare und deren Ankunftszeit auf der Erde gemessen. Aus den winzigen Zeitdifferenzen an den verschiedenen Messorten kann bis auf zwei Millimeter pro 1000 Kilometer genau der Abstand der Teleskope bestimmt werden. Die Forscher nennen dieses Verfahren "Very Long Baseline Interferometry".

Die gleichen Messungen zeigten zudem, dass Europa und Nordamerika jährlich im 18 Millimeter auseinanderdriften. Die Ursache dafür liegt in der Plattentektonik und im Bereich des mittelozeanischen Rückens inmitten des Atlantik drücken aufstrebende Gesteinmassen die atlantische Platte und damit auch die daran liegenden Kontinente auseinander.

Diese Messungen stellen die Genauigkeit von Daten der GPS-Positionssatelliten in den Schatten. Durch die jetzt mögliche Korrektur des Erddurchmessers lässt sich auch die Höhe des Meerespiegels und dessen Anstieg durch die globale Erwärmung genauer bestimmen.