Eisschollen

Die Klimaforschung

Die Klimaforschung ist eine junge Wissenschaft: Erst im Lauf des 20. Jahrhunderts ist das durchschnittliche Verhalten der Atmosphäre enträtselt worden. Und es gibt immer noch viel zu entdecken – nicht nur in der Luft. Denn zum Klimasystem gehören neben der Atmosphäre auch der Ozean und das Eis von Gletschern und an den Polen.

Vielerlei Messgeräte an Land, Satelliten im All und Sonden im Meer registrieren die heutigen Klimabedingungen. Linienflugzeuge liefern ebenfalls wichtige aktuelle Messdaten. Doch die Klimaforschung interessiert sich nicht allein für die Gegenwart: Wie das Klima früherer Jahrtausende und Jahrmillionen aussah, finden Paläoklimatologen anhand von Sedimenten, Baumringen, Korallen und Eisbohrkernen heraus.

An den physikalischen Mechanismen forschen Theoretiker. Auf dieser Grundlage werden Klimamodelle für Computersimulationen entwickelt. Solche Simulationen verraten zusammen mit den paläoklimatologischen Befunden, was früher das Klima veränderte – es waren unter anderem Vulkanausbrüche, Schwankungen der Erdbahnparameter und Variationen der Sonnenstrahlung. Heutzutage übt auch die Menschheit einen Einfluss aus: Die Emission von Treibhausgasen führt dazu, dass mehr langwellige Abstrahlung von der Erde in der Atmosphäre gefangen bleibt und sich unser Planet erwärmt. Klimaszenarien per Computer für die kommenden Jahrzehnte sind darum ein wichtiges Forschungsgebiet. Doch Klimaforscher versuchen sich auch an kurzfristigeren Vorhersagen. Die nächste Jahreszeit scheint sich beispielsweise der Tendenz nach prognostizieren zu lassen.

Die Klimaforschung ist eine physikalische Disziplin mit vielen Berührungspunkten zu anderen Fachrichtungen: Ohne Luftchemie lassen sich etwa das Ozonloch oder die Bildung von Smog nicht verstehen. Und um zu begreifen, wie der Kohlenstoff im Klimasystem zirkuliert, müssen auch biologische Faktoren wie das Wachstum von Wäldern berücksichtigt werden.