Neue Mikrowellen-Technik zur Behandlung von Leber-Tumoren

In Leicester und Bath entwickelten Ärzte und Wissenschaftler eine innovative Technik zur Zerstörung von Leber-Tumoren mit Hilfe von Mikrowellen - diese soll schneller als herkömmliche Methoden sein und praktisch keine Nebenwirkungen haben

Mikrowellen-Sonde zur Behandlung von Leberkrebs
Mikrowellen-Sonde zur Behandlung von Leberkrebs

Leicester/Bath (England) - Weltweit sterben etwa zwei Millionen Menschen jährlich an Leberkrebs. Bei den meisten Patienten mit dieser Erkrankung war bislang eine Heilung nicht möglich; das könnte sich durch die neue Behandlungsmethode ändern. Von hundert behandelten Patienten wurden, nach Aussagen der University Hospitals Leicester, viele geheilt oder ihre Lebenserwartung erheblich erhöht; auch wenn diese vorher auf weniger als 12 Monate geschätzt wurde.

Als Team haben der Arzt David Lloyd der University Hospitals Leicester NHS Trust und Nigel Cronin und Peter Clegg von der University of Bath einen Mikrowellen-Generator und eine Mikrowellen-Sonde entwickelt, die nach den sich einstellenden Erfolgen, bei der Firma Acculis in Produktion gegangen sind. Nachfrage besteht bei Krebs-Klininiken in Europa und den USA; aber auch in Hong Kong, Singapore und Australien wurde Interesse an den Geräten bekundet.

Wenn sich erst einmal Zirrhosen in der Leber gebildet hätten, wäre eine Operation zur Entfernung des Tumors mit konventionellen medizinischen Mitteln nicht mehr möglich, so der Facharzt Lloyd. Mit der neuen Methode werde nun die Mikrowellen-Sonde in den Körper eingeführt und dann der Tumor zerstört. Gegenüber anderen Techniken, die zur Zerstörung von Tumoren verwendet werden, sollen Mikrowellen den Vorteil haben, schnell zu sein und beim Töten der Krebszellen kaum Nebenwirkungen zu haben. So könnten schon sehr stark gewachsene Tumore in vier bis sechs Minuten behandelt werden. Nur Gewebe, das sich im unmittelbaren Umfeld der Mikrowellen-Energie befinde, werde hierbei zerstört. In anderen Körperteilen würden keine Schäden verursacht, was bei den Konkurrenz-Methoden häufig der Fall sei, wie David Lloyd weiter ausführt. Wenn die Mikrowellen-Technik korrekt angewendet werde, sei sie völlig frei von Nebenwirkungen.