Preis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik an Krebsforscher

Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) ehrt den Ulmer Medizinphysiker Gerhard Glatting für seine Forschungen zur gezielten Bestrahlung von Tumorgewebe mit radioaktiv markierten Antikörpern bei Krebspatienten.

Gerhard Glatting
Gerhard Glatting

Oldenburg/Ulm - Der 46-jährige Forscher Glatting, der an der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm arbeitet, erhält am Samstag, 13. September, im niedersächsischen Oldenburg den bedeutenden Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik.

"Ich bin natürlich sehr glücklich über die Anerkennung meiner Forschungsarbeit und freue mich insbesondere, dass der DGMP-Preis auf ein noch relativ junges Teilgebiet der Medizinischen Physik aufmerksam macht, das heute an der Schnittstelle zwischen Medizin und Physik, in der Forschung und Entwicklung, einen mehr und mehr unverzichtbaren Baustein in der Gesundheitsfürsorge darstellt", sagte Glatting, nachdem er von der bevorstehenden Preisverleihung durch die DGMP erfahren hatte.

Die individuelle Abstimmung auf jeden einzelnen Patienten und somit die Gabe der optimalen Menge unmarkierter und radioaktiv markierter Antikörper zur Bekämpfung des Krebses sowie die Bestimmung des idealen Zeitpunkts der Behandlung ist ein ganz zentraler Ansatz in der Forschungsarbeit des 46-Jährigen: Jeder Mensch reagiert anders auf radioaktiv markierte Antikörper. Die genaue Verteilung im Körper, in den Organen und Blutbahnen, ist individuell sehr verschieden und lässt sich mittels ausgefeilter bildgebender Verfahren darstellen. Das bessere Erkennen und Verstehen von Wirkungsweisen im Rahmen dieser so genannten Radioimmuntherapie trägt nicht zuletzt dazu bei, Normalgewebe zu schonen, da Tumorgewebe in der Folge sehr selektiv behandelt werden kann.

"Meine Forschungsarbeit bedeutet im Prinzip eine gut abgestimmte Modellierung der Leukämietherapie jedes einzelnen Patienten, die im Ergebnis deutlich genauer angewendet werden kann. Schon jetzt sprechen viele Indikatoren dafür, dass diese Therapie auch erfolgreicher anschlägt", erläutert der Preisträger dazu. Der Medizinphysiker führt seine Arbeiten in einem interdisziplinären Team in der Klinik für Nuklearmedizin und in Kooperation mit Ärzten der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm durch. Die Arbeiten am Universitätsklinikum Ulm zur Entwicklung und Verbesserung der Leukämie-Therapie mittels Radioimmuntherapie wurden und werden von der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm gefördert.