Europäische Synchrotron-Strahlungsquelle bekommt Erweiterung

Das European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) erhält für die nächsten sieben Jahre 10 Prozent mehr Budget. Mit zusätzlichen 104 Millionen Euro soll es ein Upgrade bekommen, mit dem noch brillantere elektromagnetische Strahlung erzeugt werden soll.

Künstlerische Ansicht des neuen ESRF-Teils
Künstlerische Ansicht des neuen ESRF-Teils

Grenoble (Schweiz) - Über sieben Jahre werden die zusätzlichen Gelder eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit der europäischen Großforschungsanlage ESRF zu erweitern.

"Es war eine Herausforderung, die Bedürfnisse einer riesigen und mannigfaltigen Wissenschaftlichen Gemeinschaft aus vielen Ländern zu erfüllen, und noch viel herausfordernder, die Balance zwischen Ehrgeiz und Erschwinglichkeit zu treffen", kommentiert Bill Stirling, der bis 31.12. Generaldirektor des ESRF war und unter dessen Federführung das Upgrade gestartet wurde. Finanziert wird das ESRF hauptsächlich von Frankreich (27,5%), Deutschland (25,5%), Italien (15%) und Großbritannien (14%).

Für die Untersuchung von winzigsten Strukturen der Größe weniger Dutzend Nanometer wird entsprechend kurzwellige Strahlung benötigt, vor allem Röntgenstrahlung. In Synchrotronen kann man besonders helle und gut fokussierte Strahlung erzeugen. Daher entstehen derzeit weltweit neue Synchrotron-Strahlungsquellen und die Nachfrage nach Experimentierplätzen von Seiten der Forschung steigt stetig. Denn heute werden Synchrotrone nicht mehr wie in ihren ersten Tagen für Grundlagenforschung über Elementarteilchen genutzt, sondern für Nanotechnologie-Verfahren und das Verstehen der Wirkungsweise biologisch aktiver Moleküle. Auch die Erzeugung extremer Versuchsbedingungen, etwa hoher Drücke und Temperaturen, ist am ESRF geplant. Gepulste Strahlung erlaubt es, Prozesse der Dauer von Pikosekunden zu untersuchen, und mit Röntgenstrahlung will man die dreidimensionale Struktur sowie chemische und magnetische Eigenschaften von Stoffen mit einer Auflösung von wenigen Nanometern messen.

Diese Forschungsgebiete sollen an acht bis neun neuen Experimentierlinien bearbeitet werden, wobei jede davon durch eine besondere Strahlungswellenlänge und dafür geeignete Messgeräte ausgezeichnet sein wird.