Wellenlängenrekord bei FLASH

Der "Freie-Elektronen-Laser" FLASH am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY erreich Designwellenlänge von 6,5 nm.

Hamburg - Nach erfolgreichem Umbau erzeugt die FLASH-Anlage erstmals Laserlichtblitze bei der winzigen Wellenlänge von 6,5 Nanometern (nm). Damit bricht FLASH seinen eigenen vor einem Jahr aufgestellten Weltrekord von 13,5 nm und schafft für die am 19. November 2007 beginnende zweite Messperiode noch bessere Forschungsbedingungen.

Da die Energie eines Photons mit abnehmender Wellenlänge steigt, ist eine kürzere Wellenlänge hier wünschenswert. Somit sind 6,5 nm "mehr" als 13,5 nm.

Zuvor war der Linearbeschleuniger innerhalb der insgesamt 260 Meter langen FLASH-Anlage in einer mehrmonatigen Wartungspause mit einem sechsten supraleitenden Modul um 12 Meter verlängert worden. Nun konnten die Elektronen erstmals auf die für FLASH geplante Endenergie von einem Gigaelektronenvolt beschleunigt werden. Außerdem war damit die Voraussetzung für die Produktion von Laserstrahlung mit einer Wellenlänge von 6,5 Nanometern geschaffen. „Mit dem sehr schnellen Erreichen der geplanten Elektronenenergie und Wellenlänge hat DESY seine weltweit führende Rolle beim Bau und Betrieb von Freie-Elektronen-Röntgenlasern eindrucksvoll untermauert“, kommentiert Professor Jochen R. Schneider, Forschungsdirektor von DESY. „Gleichzeitig erhält die Forschung, die an diesen neuen Anlagen durchgeführt werden kann und bei der es letztlich darauf hinausläuft "Moleküle bei der Arbeit zu filmen", einen weiteren Schub. Dies ist gerade jetzt, wo der Baubeginn der europäischen XFEL-Anlage in der Metropolregion Hamburg kurz bevorsteht, von besonderer Bedeutung."

Die FLASH-Anlage des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY eröffnete im August 2005 den Nutzungsbetrieb und ist bis 2009 der weltweit einzige Freie-Elektronen-Laser, der schnell gepulste, leistungsstarke und ultrakurze Blitze im weichen Röntgenbereich für die Forschung liefert. Schon für die erste Messperiode, die im März dieses Jahres endete, gab es mehr Bewerbungen als Messzeit zur Verfügung stand. Letztlich teilten sich die Nutzungszeit 16 Projekte, die 200 Wissenschaftler von 60 Instituten aus 11 Ländern an FLASH durchführten. Aus ihren Forschungen in verschiedenen Bereichen der Physik, Chemie oder Molekularbiologie resultieren schon jetzt über 35 veröffentlichte Fachartikel. Für die zweite FLASH-Messperiode, die Mitte November beginnt und 13 Monate dauern wird, wählte das international zusammengesetzte Gutachtergremium 32 Projekte aus. Die Themen reichen von der Untersuchung kurzlebiger Plasmazustände, über die Abbildung einzelner Nano-Teilchen von Edelgas-Clustern bis hin zu lebendem Pico-Plankton oder der Elektronen-Dynamik von technisch relevanten Materialien im Femtosekundenbereich.

(wdp/jk)