Kontaktscheues Aluminium: Winzige Atomhaufen für neue Verbindungen

Das Element Bor gehört zu den Lieblingen der Materialforscher. Es lässt sich mit allen möglichen Stoffen auf eine Bindung ein -- sei es Titan, Stickstoff oder Kohlenstoff. Aluminium dagegen scheut sich vor dieser Vielfalt, obwohl seine Nachbarstellung zu Bor im Periodensystem anderes vermuten ließe.

Konstanz/Baltimore (USA) - Amerikanische und deutsche Forscher überwanden nun ein Stück weit die mangelnde Bindungsfreude von Aluminium. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in der Zeitschrift "Science".

Aus vier Aluminium und sechs Wasserstoffatomen besteht die neue, überraschend stabile Verbindung. Sie könnte nach Aussage der Forscher von der Johns Hopkins University in Baltimore und der Universität Konstanz die Brücke zu der extrem vielfältigen Gruppe der Borane schlagen. Das Aluminiumhybrid entstand bei der schnellen Verdampfung von festem Aluminium-Metall. Wegen seiner großen Bindungsenergien könnte das neue Aluminiumhybrid die Grundlage für zahlreiche weitere Aluminiumverbindungen legen.

Borverbindungen werden heute schon für harte und hitzebeständige Materialien geschätzt. Sogar Halbleiter, die aus Wärme Strom erzeugen, sind im Prinzip mit diesem Element möglich. Für das neu entdeckte Aluminiumhybrid schlagen die Forscher wegen seiner chemisch gespeicherten Energie eine Anwendung als kompakten Treibstoff vor. Denn es könnte bei einer Verbrennung mehr als doppelt so viel Energie freisetzen wie das brennbare Gas Methan.