Ein molekularer Fußball aus Bor

Physiker sagen Stabilität von neuem Molekül voraus

Kugelmolekül aus 80 Boratomen
Kugelmolekül aus 80 Boratomen

Houston (USA) - Vor 22 Jahren entdeckten amerikanische Physiker das Fußballmolekül C 60. Darauf setzte ein Forscherboom von enormem Ausmaß ein, um Eigenschaften und Anwendungen dieses zuvor unbekannten Kohlenstoffmoleküls zu untersuchen. Ist es um dieses so genannte Fulleren heute zugunsten von Kohlenstoffnanoröhrchen eher ruhig geworden, könnte ein neues Element, Bor, die intensiven Forschungen mit diesen Käfigmolekülen zu einer Renaissance verhelfen.

Boris Yakobson und seine Kollegen von der Rice University sagen in einem Artikel in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" die Existenz von Bor 80, einem etwas größeren Fußballmolekül aus 80 Boratomen voraus. Ihre theoretischen Abschätzungen belegen, dass dieses Fulleren unter Normalbedingungen stabil sein könnte. Nun gilt es, diese Vermutung im Experiment zu belegen.

Das Interesse an diesem Bor-Ball könnte ausgesprochen groß sein. Denn schon heute werden mit diesem Element immer neue Materialien synthetisiert, die bisher unerreichte Eigenschaften aufweisen. Das Gleiche erhoffen sich die Physiker nun von Bor 80. Gelingt die Herstellung im Labor, könnte abermals ein neuer Boom um ein Käfigmolekül einsetzen und die Nanotechnologie mit einer weiteren Materialgruppe bereichern.