Zwei jupiterähnliche Planeten vor Sternenhintergrund.

Zwei Planeten ohne Stern entdeckt

Neben knapp 4000 Planeten, die Sterne umkreisen, entdeckten Astronomen bereits eine ganze Reihe planetarischer Objekte, die nicht an einen Stern gebunden sind. Einer dieser freien Planeten ist 2MASS J11193254, der sich in einem 160 Lichtjahre entfernten Gebiet junger Sterne aufhält. Nun haben Forscher festgestellt, dass es sich bei dem Himmelskörper in der TW-Hydrae-Assoziation nicht um einen einzelnen Planeten, sondern um ein Doppelsystem handelt. Und das stellt einen neuen Rekord auf: Unter den bislang bekannten freien Doppelplaneten besitzt 2MASS J1119325 die geringste Masse. Damit könnte das System neue Einblicke in die rätselhafte Entstehungsgeschichte freier Planeten liefern, so die Wissenschaftler im Fachblatt „Astrophysical Journal Letters“.

Bei seiner Entdeckung im Jahr 2015 hielten die Astronomen 2MASS J11193254 zunächst für einen freien Planeten mit der vier- bis achtfachen Jupitermasse. William Best von der University of Hawaii und sein Team haben das Objekt jetzt mit einem der großen Keck-Teleskope auf Hawaii genauer untersucht und nicht nur einen, sondern zwei Planeten mit jeweils etwa der 3,7-fachen Jupitermasse beobachtet. Die beiden freien Planeten umkreisen sich mit einem Vierfachen des Abstands zwischen Erde und Sonne und bilden ein isoliertes gebundenes System. „2MASS J11193254 ist ein Doppelplanet ohne Stern – diese Isolation ist ein starker Hinweis darauf, dass das Objekt wie ein Stern entstanden ist“, erläutern Best und seine Kollegen. Kollabiert eine Gaswolke aufgrund ihrer eigenen Schwerkraft, könnten also nicht nur große Einzel- und Mehrfachsterne entstehen, sondern auch jupitergroße Einzel- und Doppelplaneten.

Die TW-Hydrae-Assoziation ist etwa zehn Millionen Jahre alt und auch der freie Doppelplanet sollte etwa dieses Alter aufweisen, so Best und seine Kollegen. Bislang ist umstritten, wie freie Planeten entstehen – ob ähnlich wie Sterne oder eher wie gebundene Planeten in einer rotierenden Gas- und Staubscheibe um einen größeren jungen Stern. Im letzteren Szenario müssten die Planeten dann aus ihrem jeweiligen Planetensystem herausgeschleudert worden sein. Das jedoch halten die Forscher bei dem nun untersuchten Doppelplaneten für unwahrscheinlich, da sich kein geeigneter Stern nahe genug bei 2MASS J11193254 befindet.