Astronomen finden bislang kleinstes Planetensystem

Vor gerade einmal drei Wochen verkündeten Astronomen die Entdeckung der ersten erdgroßen und damit bislang kleinsten Planeten bei anderen Sternen. Jetzt zeigen Beobachtungen mit dem Satelliten-Observatorium Kepler drei Planeten, die sogar deutlich kleiner sind als unsere Heimatwelt. Die drei Exoplaneten kreisen auf engen Bahnen um einen Zwergstern – das ganze System ähnele eher Jupiter und seinen Monden als dem Sonnensystem, so die Entdecker im Fachblatt „Astrophysical Journal“.

Größenvergleich: Oben ist der rote Zwergstern neben seinen drei Planeten zu sehen. Darunter Jupiter mit den vier größten Monden Io, Europa, Ganymed und Callisto. Der Stern ist etwa nur doppelt so groß wie Jupiter, gleiches gilt für Planeten-Begleiter im Vergleich zu den Monden.
KOI-961 und Jupiter im Vergleich

„Es ist das kleinste Planetensystem, das wir bislang gefunden haben“, erklärt John Johnson vom Exoplanet Science Institute der Nasa, der Leiter des Entdecker-Teams. Die drei neu entdeckten Planeten umkreisen den rund 125 Lichtjahre entfernten Stern KOI-961, einen roten Zwergstern, der nur etwa ein Sechstel so groß ist wie unsere Sonne. Die Planeten sind 0,78-, 0,73- und 0,57-mal so groß wie die Erde und ihre Umlaufzeiten um KOI-961 betragen weniger als zwei Tage. Auf diesen engen Bahnen ist ihre Oberflächentemperatur zu hoch, um die Existenz von flüssigem Wasser und Leben zu ermöglichen.

Doch die Forscher betonen, dass es sich um die ersten felsigen Planeten handele, die um einen roten Zwerg kreisend entdeckt wurden – die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass es viele ähnliche Planeten in den lebensfreundlichen Zonen solcher Zwergsterne gäbe. „Acht von zehn Sternen in der Milchstraße sind Rote Zwerge“, so Johnson, „das steigert die Chancen, dass es außerirdisches Leben gibt – das ist das ultimative Ergebnis unserer Forschung. Wenn diese Planeten so häufig sind, wie es scheint, dann wimmelt es in der Galaxis von kleinen, lebensfreundlichen Planeten um schwache Rote Zwerge.“

Das im März 2009 gestartete Weltraumteleskop Kepler überwacht 156.000 Sterne auf winzige Helligkeitsschwankungen. Periodische Änderungen der Sternhelligkeit können die Anwesenheit eines Planeten verraten, wenn dieser auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen regelmäßig vor dem Stern vorüberzieht. Aus der Stärke der Helligkeitsänderung können die Astronomen dann unmittelbar die Größe des Planeten bestimmen. Bislang hat Kepler mehr als 2300 Planeten-Kandidaten bei anderen Sternen aufgespürt.