Raumsonde Cassini entdeckt Salzwasser-Reservoir auf dem Saturnmond Enceladus

Analyse der von Eisfontänen am Südpol des Himmelskörpers ausgestoßenen Partikeln deutet auf flüssiges Wasser unter der Oberfläche hin

Saturnmond Enceladus
Saturnmond Enceladus

Heidelberg - Unter der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus verbirgt sich ein großes Reservoir aus salzhaltigem, flüssigem Wasser. Das zeigen Messungen der US-amerikanischen Raumsonde Cassini, die mehrfach in niedriger Höhe über die Oberfläche des Himmelskörpers hinweg geflogen ist. Auswertungen einer dieser Vorbeiflüge, die ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature" präsentiert, zeigen einen hohen Anteil von salzhaltigen Partikeln in Eisfontänen am Südpol von Enceladus. Die Forscher haben dafür nur eine stichhaltige Erklärung: ein Salzwasser-Reservoir, das die Fontänen speist.

"Frühere Cassini-Beobachtungen waren mit einer großen Zahl von Entstehungsmechanismen für die Fontänen verträglich", erläutern Frank Postberg von der Universität Heidelberg und seine Kollegen. "Die neuen Daten eliminieren nichtflüssige Modelle oder schränken sie zumindest erheblich ein. Sie sind ein starkes Indiz für ein Salzwasser-Reservoir mit einer großen Oberfläche, an der das Wasser verdampft und so nahezu die gesamte Materie der Fontänen liefert."

Enceladus ist mit einem Durchmesser von 500 Kilometern der sechstgrößte Mond des Planeten Saturn. Bereits 2005 hatten Cassini-Beobachtungen gezeigt, dass die südpolare Region des Saturnmondes geologisch aktiv ist. Diese Aktivität konzentriert sich auf vier sogenannte "Tigerstreifen", 130 Kilometer lange und 2 Kilometer breite Einschnitte im Eispanzer des Himmelskörpers, aus denen Eispartikel und Wasserdampf mehrere tausend Kilometer weit ins All ausgestoßen werden.

Cassini umkreist seit 2004 Saturn und ist bereits mehrfach durch die Eisfontänen von Enceladus hindurch geflogen. Die Analysen von Postberg und seinen Kollegen basieren auf einem Vorbeiflug vom 9. Oktober 2008, bei dem sich die Sonde der Mondoberfläche bis auf 21 Kilometer näherte. Dadurch konnten die Messgeräte des Raumfahrzeugs die Zusammensetzung der ausgeworfenen Materie nahe an ihrem Ursprung untersuchen. Wie Postberg und seine Kollegen berichten, zeigen die Messungen, dass es sich bei 99 Prozent der ausgestoßenen Materie um salzhaltige Eispartikel handelt. Da diese Partikel schwerer sind als salzarme Teilchen und daher langsamer und weniger hoch ausgestoßen werden, ließ sich dieser Anteil bei früheren Untersuchungen in größerem Abstand zur Quelle nicht zuverlässig bestimmen.