Neuer Rekord: Bislang heißester Exoplanet entdeckt

Mit einer Temperatur von 3200 Grad Celsius ist der Planet WASP-33b heißer als manche Sterne

Keel (Großbritannien)/Barcelona (Spanien) - In der Atmosphäre des 378 Lichtjahre entfernten Riesenplaneten WASP-33b herrschen höllische Temperaturen: Mit 3200 Grad Celsius ist der Exoplanet heißer als manche Sterne. Das zeigen Beobachtungen, die ein britisches Forscherteam jetzt im Internet vorab veröffentlicht hat. Die hohe Temperatur mache den Planeten zu einem interessanten Objekt zur Untersuchung der Atmosphären von "heißen Jupitern", so die Wissenschaftler. Spanische Astronomen berichten darüber hinaus, dass WASP-33b aufgrund der engen Umlaufbahn seinen Zentralstern zu Pulsationen anregt. Es wäre der erste Nachweis einer derartigen Wechselwirkung zwischen einem Planeten und einem Stern.

WASP-33b umkreist seinen Stern alle 29,5 Stunden im Abstand von etwa drei Millionen Kilometern. Das sind etwa fünf Prozent des Abstand des sonnennächsten Planeten Merkur von der Sonne. Es ist zwar nicht die engste Umlaufbahn, die bei Exoplaneten bekannt ist, aber zusammen mit der Oberflächentemperatur des Sterns von 7160 Grad Celsius führt sie zu der extremen Aufheizung der Planetenatmosphäre auf 3200 Grad Celsius. Rote Zwergsterne besitzen teilweise Temperaturen von nur 2500 Grad Celsius und sind damit deutlich kühler als dieser ungewöhnliche Planet.

WASP-33b könnte den Astronomen dabei helfen, ein rätselhaftes Phänomen zu erklären: Bei einigen Riesenplaneten auf engen Umlaufbahnen zeigen genaue Messungen, dass die Atmosphären außen kühler sind als innen - obwohl sie doch von außen durch den Stern aufgeheizt werden. Eine mögliche Ursache könnten komplexe chemische Reaktionen sein, angetrieben durch die ultraviolette Strahlung des Sterns.

Noch interessanter wird das System durch die Beobachtung von Enrique Herrero und seinen Kollegen vom Institut für Weltraumforschung der Universität Barcelona, dass der Zentralstern von WASP-33b pulsiert. Die Forscher vermuten, dass die Schwerkraft des Planeten den Stern zu den Pulsationen anregt - ein nie zuvor beobachtetes Phänomen. Mit weiteren Messungen wollen die Forscher diese Hypothese nun überprüfen.