Messenger erreicht Merkur

Am Freitag schwenkt erstmals eine Raumsonde in eine Umlaufbahn um den sonnennächsten Planeten ein

Messenger umkreist Merkur
Messenger umkreist Merkur

Pasadena (USA) - Nach einer sechseinhalb Jahre dauernden und acht Milliarden Kilometer langen Reise ist sie endlich am Ziel: Am Freitag erreicht die amerikanische Sonde Messenger den sonnennächsten Planeten Merkur. Mit einer Zündung ihrer Triebwerke soll sie dann in eine Umlaufbahn um den Planeten einschwenken. Messenger wäre damit das erste Raumfahrzeug, das den Merkur umkreist. Ein Jahr lang soll die Sonde die Oberfläche des Planeten kartografieren und mit ihren Messinstrumenten Informationen über seine physikalische und chemische Beschaffenheit liefern.

Messenger war am 3. August 2004 vom amerikanischen Weltraumbahnhof aus ins All gestartet. Um Treibstoff zu sparen, haben die Wissenschaftler der Nasa die Sonde auf eine komplizierte Bahn geschickt: Mehrere so genannte Swing-by-Manöver an der Erde (am 2. August 2005) und an der Venus (am 24. Oktober 2006 und am 5. Juni 2007) lenkten Messenger immer tiefer in das innere Sonnensystem hinein.

In den Jahren 2008 und 2009 flog die Sonde dann insgesamt dreimal in etwa 200 Kilometern Höhe am Merkur vorbei. Durch diese Manöver konnte die Sonde einen Teil ihrer Bahnenergie abbauen und sich so auf das Einschwenken in die Umlaufbahn vorbereiten. Nach ihrer Ankunft soll Messenger den Merkur zunächst auf einer stark elliptischen Bahn in einer Höhe zwischen 200 und 15.000 Kilometern umrunden. Für den 14. Juni ist dann ein Korrekturmanöver geplant, dass die Sonde in ihre endgültige kreisförmige Bahn bringen soll.

Trotz seiner relativen Nähe zur Erde ist Merkur einer der am wenigsten erforschten Planeten des Sonnensystems. Da er von der Erde aus gesehen stets nahe an der Sonne steht, kann er beispielsweise mit dem Weltraumteleskop Hubble nicht beobachtet werden. Vor Messenger hatte nur eine einzige Sonde den Planeten besucht: Die ebenfalls amerikanische Sonde Mariner 10 flog 1974 und 1975 dreimal am Merkur vorbei und konnte dabei 45 Prozent seiner Oberfläche fotografieren.

Mit Messenger wollen die Forscher nun endlich ein vollständiges Bild vom sonnennächsten Planeten erhalten. Die Sonde ist mit sieben Instrumenten ausgestattet, darunte einer Kamera mit einer maximalen Auflösung von fünf Metern, Messgeräten zur Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre und der Oberfläche, und Instrumenten zur Vermessung des Magnetfelds.