Gesucht: Eisige Ziele für Raumsonde

Hobbyforscher auf der Suche nach Himmelskörpern im Kuiper-Gürtel - als Ziel für die "New Horizons"-Mission nach ihrem Vorbeiflug an Pluto

Differenzbild mit möglichem Kuiper-Objekt
Differenzbild mit möglichem Kuiper-Objekt

Edwardsville (USA) - Jenseits der Neptunbahn schwirren Tausende von kleinen, eisigen Himmelskörpern durch das äußere Sonnensystem. Hobbyforscher können nun dabei helfen, Objekte in dieser "Kuiper-Gürtel" genannten Region aufzuspüren. Auf der Internet-Seite "IceHunters" präsentieren Astronomen der Southern Illinois University Edwardsville Aufnahmen eines ausgewählten Bereichs des Kuiper-Gürtels. Interessierte können die Bilder nach veränderlichen Objekten durchsuchen und diese markieren. Die Wissenschaftler hoffen unter anderem darauf, ein geeignetes Ziel für den Weiterflug der Raumsonde "New Horizons" zu finden, die 2015 am Zwergplaneten Pluto vorbeifliegt.

"Beim Start von New Horizons wussten wir, dass das Objekt, das die Sonde nach Pluto anfliegen soll, erst noch entdeckt werden muss", erläutert Pamela Gay. "Jetzt wird es Zeit, diese Entdeckung zu machen - und dank IceHunters kann jeder der Entdecker sein." Nach dem Vorbeiflug an Pluto hat die Sonde gerade noch genug Treibstoff für kleinere Kurskorrekturen - es muss also ein Himmelskörper aufgespürt werden, der bereits ungefähr in der Flugbahn der Sonde liegt.

Der Kuiper-Gürtel ist ein Überbleibsel aus der Entstehungsphase des Sonnensystems. Die Astronomen schätzen, dass es jenseits der Neptunbahn rund 70.000 Objekte mit Durchmessern von über einhundert Kilometern gibt - entdeckt und katalogisiert sind davon bislang etwa tausend. Mit Durchmessern von 2300 und 2400 Kilometern sind Pluto und der 2005 entdeckte Eris die größten Himmelskörper im Kuipergürtel.

Die auf icehunters.org präsentierten Bilder haben keine Ähnlichkeit mit den sonst bekannten astronomischen Aufnahmen. Es handelt sich bei ihnen jeweils um Differenzbilder von zwei Fotos der gleichen Himmelsregion. Dadurch, so die Idee der Forscher, sind Kuiper-Objekte leichter aufzuspüren, da sie sich gegenüber den Sternen bewegen. Die Bilder sind jedoch voller "Überreste", da sich die vielen Sterne nicht exakt voneinander subtrahieren lassen. Zahlreiche Beispiele zeigen den Teilnehmern, wie sich Kuiper-Objekte von diesen Überresten unterscheiden. Menschen fällt es wesentlich leichter, so Gay, diese Unterschiede wahrzunehmen, als automatischen Computerprogrammen.