Wie klein dürfen Braune Zwerge sein?

Astronomen haben ein Objekt entdeckt, das der Größe nach als Planet, aufgrund seiner Entstehungsgeschichte jedoch als Brauner Zwerg klassifiziert werden müsste.

Brauner Zwerg und Begleiter
Brauner Zwerg und Begleiter

University Park (USA) - Das Objekt kreist um einen Braunen Zwerg und bildet mit ihm das System 2M J044144 im Sternbild Stier. Braune Zwerge sind wesentlich größer als Planeten, haben allerdings zu wenig Masse, um eine dauerhafte Kernfusion zu zünden. Sie nehmen deshalb eine Sonderstellung zwischen Sternen und Planeten ein. Der Begleiter im System 2M J044144 ist kleiner, er hat fünf bis zehn Jupitermassen, eine typische Größe für einen Planeten. Allerdings entstand er in weniger als einer Million Jahren, viel schneller als andere Planeten, und ist damit kaum jünger als der Braune Zwerg selbst. Dies fanden Forscher der Pennsylvania State University mit Daten des Hubble-Teleskops und des Gemini-Observatoriums heraus.

Die Astronomen schließen daraus, dass der vermeintliche Planet sich nicht aus Staub zusammengeballt hat, der in einer Scheibe um einen neuen Stern kreist. Denn dieser Vorgang, auf den die Gesteinsplaneten unseres Sonnensystems zurückgehen, dauert länger als eine Million Jahre. Zwar können sich innerhalb der Scheibe auch sehr plötzlich Gaswolken verdichten, für einen so entstandenen Gasplaneten ist das Objekt aus 2M J044144 jedoch zu schwer. Es kann also nur gemeinsam mit dem Braunen Zwerg aus dem Kollaps einer großen Staubwolke hervorgegangen sein. Diesen Entstehungsprozess kennen Wissenschaftler bisher nur von Sternen und Braunen Zwergen, nicht von Planeten. Streng genommen müsste deshalb 2M J044144 als Doppelsternsystem bezeichnet werden.

„Offenbar können sich Begleiter mit der Masse von Planeten auf zwei ganz verschiedene Arten bilden“, folgert Kevin Luhman von der Pennsylvania State University. Das stellt herkömmliche Definitionen auf die Probe. Bisher ließen sich Planeten aufgrund der geringeren Masse und dem Ursprung in der Staubscheibe ihres Sterns recht einfach charakterisieren. Die neuen Ergebnisse werfen die Frage auf, ob nicht auch ein leichteres Objekt ein Brauner Zwerg sein kann, wenn es auf dem gleichen Weg wie andere Sterne entstanden ist.