Standort für das größte Teleskop der Welt entschieden

Das European Extremely Large Telescope wird auf dem Cerro Armazones in Chile gebaut

Der Cerro Armazonas bei Nacht
Der Cerro Armazonas bei Nacht

Garching - Die Delegierten der 14 Mitgliedsländer der Europäischen Südsternwarte ESO entschieden am 26. April 2010, dass das größte Teleskop der Welt – das European Extremely Large Telescope (E-ELT) – auf dem Cerro Armazones in Chile entstehen wird.

Der Cerro Armazones ist ein 3060 Meter hoher Berg in der chilenischen Atacamawüste, rund 130 Kilometer südlich der Stadt Antofagasta und 20 Kilometer vom Cerro Paranal, wo sich das Very Large Telescope der ESO befindet. Das E-ELT ist als optisches und Infrarotteleskop mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 42 Metern angelegt – als weltweit einziges Teleskop dieser Größe.

Der Entscheidung liegt eine mehrjährige Vergleichsstudie der Wetterverhältnisse verschiedener möglicher Standorte zugrunde. Bei der Auswahl spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Am wichtigsten ist die astronomische Qualität der Atmosphäre: die Anzahl der klaren Nächte pro Jahr, der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre und die „Stabilität” der Luft über dem Beobachtungsort (das so genannte Seeing).

In die Endauswahl waren Armazones, Ventarrones, Tolonchar und Vizcachas in Chile, sowie La Palma in Spanien gekommen. Jeder dieser Standorte bietet sehr gute astronomische Beobachtungsbedingungen. Aber auch die Bau- und Betriebskosten spielen eine Rolle sowie die Nähe zu bereits existierenden Observatorien. Und ein Teleskop auf dem Cerro Armazones könne gemeinsam mit dem Paranal-Observatorium betrieben werden, so das Leitungsgremium der ESO.

„Durch die Kombination der bahnbrechenden wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des E-ELT mit den bereits bestehenden Kapazitäten des VLT ist die Zukunft des Paranal als weltweit fortschrittlichstes Observatorium im Bereich des optischen und Infrarotlichts langfristig gesichert,“ kommentiert Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO.

Die endgültige Entscheidung über den Bau des Teleskops wird Ende 2010 erwartet. Das Teleskop soll 2018 seinen wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb aufnehmen.