Marsrover Spirit fährt nicht mehr

NASA hofft auf weitere Nutzung als stationäre Plattform - wenn Spirit den harten Marswinter übersteht

Die letzten Spuren des Marsrovers Spirit
Die letzten Spuren des Marsrovers Spirit

Pasadena (USA) - Im April 2009 hat sich der amerikanische Marsrover Spirit in einer Sandfalle festgefahren. Jetzt hat die Nasa ihre Versuche, das Robotfahrzeug zu befreien, aufgegeben. Doch das bedeutet nicht das Ende der überaus erfolgreichen Mission: Spirit soll den Wissenschaftlern weiterhin als stationäre Forschungsplattform auf dem roten Planeten gute Dienste leisten. Zunächst aber muss das Fahrzeug den anbrechenden harten Winter auf der Südhalbkugel unseres Nachbarplaneten überstehen.

"Ob Spirit den Winter übersteht, hängt von der Temperatur ab und davon, wie kalt die Elektronik an Bord des Rovers wird", erklärt John Callas, Nasa-Projektmanager für Spirit und die Zwillingsmission Opportunity. Die Elektronik ist für Temperaturen bis zu minus 55 Grad ausgelegt, am Standort von Spirit rechnen die Forscher damit, dass es sich im Winter bis auf minus 45 Grad abkühlt. Kritisch ist allerdings die Stromversorgung des Robotfahrzeugs, da die Lage seiner Solarzellen nicht optimal ist. Die Nasa-Experten versuchen daher, Spirit durch vorsichtige Drehbewegungen der Räder so zu kippen, dass mehr Sonnenlicht auf die Solarzellen fällt. "Jedes bisschen Energie, dass die Solarzellen einfangen, nutzen wir, um die Elektronik warm zu halten", so Callas.

Die beiden sechsrädrigen, rund zwei Meter großen Rover Spirit und Opportunity waren im Januar 2004 auf entgegengesetzten Seiten des Planeten Mars gelandet. Ausgestattet mit Kameras und Messgeräten machten sich die Roboter auf die Suche nach Spuren früherer Wasservorkommen auf unserem Nachbarplaneten. Drei Monate sollte die Mission von Spirit und Opportunity ursprünglich dauern - fast sechs Jahre später sind die beiden Roboter immer noch in Betrieb.

In dieser langen Zeit haben sich die Rover immer mal wieder im feinen Marssand festgefahren - und sich auch wieder daraus befreit. So machten sich die Forscher der Nasa auch am 23. April zunächst keine Sorgen, als Spirit plötzlich stecken blieb. Der Rover durchquerte gerade einen etwa acht Meter großen Krater, der sich vor langer Zeit mit Sedimentablagerungen gefüllt hatte. Eine etwa einen Zentimeter dicke Kruste bedeckt dort den feinen Sand der Ablagerungen - doch diese Kruste trug das Gewicht des Roboters nicht. Die Räder brachen ein und drehten in dem feinen Sand durch. Und diesmal scheiterten alle Befreiungsversuche. Wenn Spirit den Winter übersteht, wollen die Wissenschaftler mit seinen Messgeräten die Umgebung genauer untersuchen, den Staubtransport in der Marsatmosphäre erforschen und mit seinen Funksignalen Schwankungen in der Marsrotation aufspüren, die Aufschluss über den inneren Aufbau des Planeten geben können.