Kepler entdeckt erste Exoplaneten

Satellitenteleskop erfüllt Erwartungen der Astronomen - aufgeblähte Planeten verwirren die Forscher

Heißer Jupiter
Heißer Jupiter

Washington (USA) - Bereits in den ersten sechs Wochen seines Messbetriebs hat das Weltraumteleskop Kepler fünf neue Planeten bei anderen Sternen aufgespürt. Es handelt sich um "heiße Jupiter", massereiche Planeten auf extrem engen Umlaufbahnen. Allerdings ist die Dichte der Planeten teilweise überraschend gering: Bei einem der Exoplaneten beträgt sie lediglich 0,17 Gramm pro Kubikzentimeter - das entspricht etwa der Dichte von Styropor. Das Kepler-Team präsentierte die ersten Beobachtungsergebnisse des Satellitenteleskops auf einer Fachtagung der American Astronomical Society in Washington.

"Die Entdeckungen zeigen, dass die wissenschaftlichen Instrumente sehr gut funktionieren", erläutert der Chefwissenschaftler der Kepler-Mission, William Borucki vom Ames Research Center der Nasa. "Wir können also erwarten, dass Kepler alle wissenschaftlichen Ziele erreicht." Zu diesen Zielen zählt der Nachweis erdähnlicher Planeten bei anderen Sternen. Kepler überwacht 156.000 Sterne auf winzige Helligkeitsschwankungen. Periodische Änderungen der Sternhelligkeit können die Anwesenheit eines Planeten verraten, wenn dieser auf seiner Bahn von der Erde aus gesehen regelmäßig vor dem Stern vorüberzieht.

Aufgrund ihrer kurzen Umlaufzeiten von wenigen Tagen verraten sich Planeten auf engen Umlaufbahnen zuerst. Die fünf von Kepler nachgewiesenen Exoplaneten besitzen Umlaufzeiten zwischen 3,3 und 4,9 Tagen. Ihre Massen liegen zwischen der Masse Neptuns und dem anderthalbfachen der Jupitermasse. Nachbeobachtungen mit Großteleskopen auf der Erde haben bestätigt, dass tatsächlich Planeten die Ursache der gemessenen Helligkeitsänderungen der Sterne sind. Bei über hundert weiteren Sternen haben die Astronomen mit Kepler ebenfalls verräterische Helligkeitsänderungen gefunden, die allerdings noch mit weiteren Beobachtungen überprüft werden müssen.

Verblüffend für die Forscher ist die teilweise extrem geringe Dichte der neu entdeckten Planeten. So ist einer der Exoplaneten zwar anderthalbmal größer als Jupiter, besitzt aber nur ein Zehntel der Dichte des größten Planeten unseres Sonnensystems. Bisher wissen die Astronomen nicht, welche Prozesse einen Planeten derart aufblähen können und wie ein solcher Planet trotz der starken Strahlung in unmittelbarer Nähe seines Sterns überleben kann.