Exoplanet: Heißer Fleck an falscher Stelle

Gasplanet auf enger Umlaufbahn zeigt seinem Stern stets die gleiche Seite - doch seine heißeste Region liegt ganz woanders

Ypsilon Andrmedae
Ypsilon Andrmedae

Los Angeles (USA) - Amerikanische Forscher haben auf einem Exoplaneten einen heißen Fleck entdeckt, der sich nicht dort befindet, wo ihn die Theorie vorhersagt. Der Planet - ein sogenannter heißer Jupiter - umkreist den Stern Ypsilon Andromedae alle 4,6 Tage auf einer sehr engen Umlaufbahn. Deshalb wendet er ähnlich wie der Mond der Erde seinem Stern stets die gleiche Seite zu. Entsprechend sollte diese Seite von der Strahlung des Sterns aufgeheizt, die sternabgewandte Seite dagegen kühler sein. Stattdessen zeigen die Messungen mit dem Weltraumteleskop Spitzer, dass die heißeste Region um 80 Grad gegen die erwartete Position gedreht liegt. Die Forscher, die demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über ihre Entdeckung berichten, haben bislang keine Erklärung für das seltsame Phänomen.

"Wir haben niemals erwartet, die heiße Region so stark verschoben zu finden", gesteht Teamleiter Ian Crossfield von der University of California in Los Angeles. Kleinere Verschiebungen um wenige Grad wurden durchaus schon bei anderen Exoplaneten beobachtet, sie lassen sich durch starke Winde erklären. Doch eine Verschiebung um 80 Grad lässt sich durch einen solchen atmosphärischen Wärmetransport nicht erklären. "Es ist klar, dass wir noch viel weniger über die energetischen Verhältnisse in den Atmosphären heißer Jupiter verstehen, als wir bislang gedacht haben", so Crossfield.

Ypsilon Andromedae ist 44 Lichtjahre von uns entfernt, etwas größer und heißer als unsere Sonne. Insgesamt sind drei große Gasplaneten bekannt, die den Stern umkreisen. Der innerste Planet, Ypsilon Andromedae b, besitzt etwa 75 Prozent der Jupitermasse und umkreist den Stern in einem Abstand von nur neun Millionen Kilometern. Zum Vergleich: Der mittlere Abstand des innersten Planeten unseres Systems, Merkur, von der Sonne beträgt 58 Millionen Kilometer.

Crossfield und seine Kollegen spekulieren nun, dass vielleicht magnetische Kopplungen zwischen Stern und Planet zu dem seltsamen Phänomen führen könnten. Beobachtungen bei möglichst vielen weiteren heißen Jupitern müssen nun erst einmal zeigen, wie verbreitet eine solche Verschiebung des "Hot Spots" auf den Planeten ist.