Eris vs. Pluto: Wer ist größer? Vorteil Pluto!

Astronomen beobachten Sternbedeckung durch Eris - Plutos Konkurrent ist kleiner als bislang gedacht

Zwergplanet Eris
Zwergplanet Eris

Paris (Frankreich) - Bislang galt Eris als größter Zwergplanet unseres Sonnensystems. Jüngste Messungen deuten jedoch darauf hin, dass Eris deutlich kleiner ist als bislang gedacht - möglicherweise sogar etwas kleiner als Pluto. Gleich drei Astronomenteams gelang es am 5. November zu beobachten, wie Eris vor einem Stern vorüberzog. Aus der Dauer dieser Sternbedeckung lässt sich der Durchmesser von Eris sehr genau bestimmen.

Noch sind die Daten nicht vollständig ausgewertet. Doch "Eris hat mit großer Wahrscheinlichkeit einen Durchmesser kleiner als 2340 Kilometer", erklärt der an den Berechnungen beteiligte Forscher Bruno Sicardy von der Sternwarte Paris. Ursprüngliche Abschätzungen auf Basis seiner Wärmestrahlung hatten für Eris einen Durchmesser von 3000 Kilometern geliefert - und damit Pluto von seinem Thron als größter Zwergplanet des Sonnensystems gestoßen. Die bis dato genauesten Messungen mit dem Weltraumteleskop Hubble hatten die Größe von Eris bereits auf 2400 Kilometer reduziert.

Der aktuelle Wert für den Durchmesser von Pluto beträgt 2344 Kilometer, plus oder minus 10 Kilometer. Noch ist also unklar, wer letztlich die Nase vorn hat. Sicardy und seine Kollegen rechnen damit, dass der endgültige Wert für Eris noch etwas kleiner ausfällt - möglicherweise sogar um 50 bis 60 Kilometer. Dann wäre Pluto, der 2006 von der Internationalen Astronomischen Union nach der Entdeckung vieler ähnlich großer Himmelskörper im Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn von einem regulären Planeten zu einem Zwergplaneten "degradiert" worden war, zumindest wieder der größte Zwergplanet im Sonnensystem.

Eris bliebe aber der Zwergplanet mit der größten Masse. Die Astronomen können die Masse sowohl von Pluto als auch von Eris sehr genau bestimmen, weil beide Zwergplaneten Monde besitzen - deren Bahnen von der Anziehungskraft und damit der Masse des jeweiligen Zentralkörpers abhängen. Das wirft für die Forscher nun das Problem auf, dass Eris und Pluto zwar von ähnlicher Größe, aber deutlich verschiedener Dichte sind. Die beiden Himmelskörper müssen also auch eine unterschiedliche Zusammensetzung und damit eine unterschiedliche Entstehungsgeschichte besitzen.