Erdähnliche Planeten lassen sich an Farbe erkennen

Die Verhältnisse von drei Farben zueinander reichen zur Identifizierung erdähnlicher Exoplaneten

Planeten im Farbraum
Planeten im Farbraum

Greenbelt (USA) - Schon grobe Farbinformationen können ausreichen, um erdähnliche von anderen Planeten zu unterscheiden. Ein Vergleich der Strahlung im blauen, grünen und roten Bereich hebt die Erde aus den anderen Körpern des Sonnensystems deutlich heraus - und könnte sich daher auch bei Exoplaneten als nützliche Methode erweisen. Ein Team amerikanischer Forscher berichtet demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über das Verfahren.

"Mit größeren Teleskopen wird es vielleicht schon bald möglich sein, die Farben von Planeten bei anderen Sternen zu messen", hofft Lucy McFadden vom Goddard Space Flight Center der Nasa. Und ihre Kollegin Carolyn Crow von der University of California in Los Angeles ergänzt: "Unsere Methode unterteilt die Planeten in unterschiedliche Klassen - und hebt die Erde deutlich hervor."

McFadden und Crow begannen ihre Arbeit mit von der Raumsonde Deep Impact gelieferten Farbdaten über die Erde, den Mond und den Mars. Weitere Forscher stießen hinzu und lieferten vergleichbare Daten über Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und den Saturnmond Titan. Die Forscher trugen zunächst unterschiedliche Farbkombinationen in Diagramme ein - und erhielten jeweils ein unübersichtliches Durcheinander.

Nach einigem Experimentieren zeigte sich jedoch, dass die Informationen aus drei Filterbereichen - grün, blau und rot - ausreichen, um die Unterschiede zwischen den Planeten hervorzuheben. Die Forscher trugen dazu das Verhältnis der blauen zur grünen Strahlung gegen das Verhältnis der roten zur grünen Strahlung auf. In diesem Farb-Farb-Diagramm bilden die Planeten nun mehrere deutlich unterscheidbare Gruppen. Und die Erde nimmt in dieser Darstellung deutlich getrennt von allen anderen Planeten eine Sonderstellung ein.

Die Methode könnte also, so hoffen McFadden und Crow, auch bei Exoplaneten erdähnliche Planeten hervorheben. Natürlich, so mahnen die Wissenschaftlerinnen zur Vorsicht, sei eine ähnliche Farbsignatur noch kein Beweis dafür, dass ein solcher Planet ebenfalls einen blauen Himmel besitze und von Meeren bedeckt sei. Aber es wäre ein Hinweis darauf, dass es sich lohnt, diesen Planeten genauer unter die Lupe zu nehmen. "Wir können aus der Farbe ein paar Dinge lernen", so Crow, "aber es gibt natürlich vieles, was wir ohne genauere Messungen nicht erfahren können."