Waldbrände bedrohen Mount-Wilson-Observatorium

Das berühmte Observatorium auf dem kalifornischen Mt. Wilson ist von Flammen bedroht, das Personal wurde evakuiert.

Mt. Wilson kurz nach lokaler Mitternacht
Mt. Wilson kurz nach lokaler Mitternacht

Pasadena, Kalifornien (USA) - Schon am 26. August begann aus noch ungeklärter Ursache der Waldbrand westlich des Mt. Wilson. Das Feuer umfasst nach Angaben der US-amerikanischen Waldbrandbehörde nun schon eine Fläche von 468 Quadratkilometern - das entspricht etwas mehr als der Hälfte der Fläche von Berlin. Dabei sind erst 5% der Feuerfront unter Kontrolle.

Am 29. August wurde das technische und wissenschaftliche Personal am Mt. Wilson evakuiert. Nach Angaben des Observatoriums ist nicht klar, ob Feuerwehrleute in den möglichen kommenden kritischen Tagen ständig vor Ort sein werden. Zwar wurden Vorbereitungen wie das Anlegen von Brandschneisen und die Sicherung besonders feuergefährdeter Gebäude vorgenommen, doch ob das Observatorium den Durchgang der jetzt noch gut drei Kilometer entfernten Feuerfront überstehen kann, ist offen. Die Feuerbekämpfer planen nach letzten Angaben, das Feuer aus der Luft zu bekämpfen, sollte es sich Mt. Wilson weiter nähern.

Schon jetzt ist eine von zwei Stromversorgungsleitungen zum Observatorium zusammen gebrochen. Solange die zweite Versorgungsleitung noch funktioniert, bleibt der Webserver des Observatoriums in Betrieb und zeigt über die Turmkamera auch noch Live-Bilder. In den europäischen Morgenstunden des 1. September ist dieses Bild beunruhigend Hell: Das Feuer und der Rauch in der Nacht zeigt sich in einem rötlichen Leuchten.

Selbst wenn das Feuer die Observatoriumsgebäude verschont, ist anzunehmen, dass der Rauch und die Asche erhebliche Reinigungsarbeiten notwendig machen werden.

Auf dem Mt. Wilsen befinden sich eine ganze Reihe astronomischer Teleskope und weiterer wissenschaftlicher Installationen. Das berühmteste Gerät ist das Hooker-Teleskop mit einem Durchmesser von 2,5 Metern. Mit den Daten dieses Instruments hatte Edwin Hubble die Expansion des Universiums entdeckt, was zur heute aktuellen Urknall-Theorie unseres Kosmos geführt hat. Nach einer Modernisierung im Jahr 1992 ist das Hooker-Teleskop noch immer im Betrieb. Schwerpunkt der Arbeiten auf dem Mt. Wilson ist Astronomie mit besonders hoher Winkelauflösung, da die Atmosphäre an diesem Standort besonders ruhig ist. Das Observatorium befindet sich auf 1742 Metern Höhe etwa 20 Kilometer nordöstlich von Los Angeles.