Sterne: Schnelle Entstehung Brauner Zwerge

Verhinderte Sterne im Doppelpack bei massereichem Stern erlauben Rückschlüsse auf Entstehungsphase

Brauner Zwerg
Brauner Zwerg

University Park (USA)/Torun (Polen) - Braune Zwerge - Himmelsobjekte, die zu groß für einen Planeten, aber zu klein für einen Stern sind - entstehen schneller als bislang von den Astronomen vermutet. Das zeigt die Entdeckung von gleich zwei Braunen Zwergen bei dem massereichen Stern BD +20 2457, über die Wissenschaftler aus Polen und den USA im Fachblatt "Astrophysical Journal" berichten. Die beiden verhinderten Sterne müssen sich innerhalb von weniger als zehn Millionen Jahren gebildet haben, so die Forscher.

"Gleich zwei Braune Zwerge zu finden, die einen Stern umkreisen, ist eine Seltenheit", erklärt Alex Wolszczan von der Pennsylvania State University, einer der beteiligten Astronomen. Mehr noch: BD +20 2457 ist ein aufgeblähter, massereicher Stern am Ende seines Lebens. Es ist das erste Mal, dass die Himmelsforscher zwei Braune Zwerge bei einem solchen Stern aufspüren.

Aus dieser Entdeckung können die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Entstehung Brauner Zwerge ziehen. Denn massereiche Sterne entwickeln sich wesentlich schneller als Sterne wie unsere Sonne. BD +20 2457 besitzt etwa die dreifache Masse der Sonne. Bei einem solchen Stern dauert die Entstehungsphase bis zur Entzündung der Kernfusion lediglich rund zehn Millionen Jahre. "Danach hätte die intensive Strahlung des heißen Sterns alle Materie in der Umgebung verdampft", so Wolszczan. Die Braunen Zwerge müssen also bereits vorher entstanden sein.

Braune Zwerge sind eine Art Bindeglied zwischen Sternen und Planeten. Sie besitzen zwar mehr Masse als Planeten, ihre Masse reicht jedoch nicht aus, um in ihrem Inneren dauerhaft das Feuer der Kernfusion zu entzünden. Die Masse der beiden Braunen Zwerge bei BD +20 2457 beträgt mindesten das 13- bzw. 21-fache der Masse des Planeten Jupiter. Sie umkreisen ihren Stern alle 380 bzw. 622 Tage im 1,5- bzw. 2-fachen Abstand Erde-Sonne.