Saturnmond Titan: Schwierige Wettervorhersage

Im August endet der Sommer auf der Südhalbkugel von Titan - doch der erwartete Wetterumschwung bleibt bislang aus

Planet Saturn
Planet Saturn

Pasadena (USA)/Paris (Frankreich) - Langfristige Wettervorhersagen für den Saturnmond Titan sind schwieriger als erwartet. Während die Modelle der Planetenforscher einen Wetterumschwung im Zuge des Jahreszeitenwechsels vorhersagen, zeigen Messungen der amerikanischen Raumsonde Cassini bislang keine Wetteränderungen auf dem Himmelskörper. Die Oberfläche des Saturnmonds könnte als Wärmespeicher agieren und so den jahreszeitlichen Wandel verzögern, schreibt ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Nature".

"Die Wolken Titans bewegen sich nicht so mit den Jahreszeiten, wie wir es erwarten", erklärt Sebastien Rodriguez von der Universität Paris, ein Mitglied des Cassini-Teams, "die Meteorologie des Saturnmondes ist nicht in Einklang mit unseren Klimamodellen." Cassini beobachtet seit 2004 regelmäßig die Wolken in der Atmosphäre von Titan. Allerdings dauern die Jahreszeiten auf dem Saturnmond jeweils sieben Erd-Jahre. Der Herbstanfang auf der südlichen Titan-Hemisphäre im August bietet daher die erste Gelegenheit für die Forscher, einen Jahreszeitenwechsel auf dem Himmelskörper zu beobachten.

Die Aufnahmen Cassinis zeigen ausgedehnte Methanwolken über dem Südpol und in einem dünnen Band bei 40 Grad südlicher Breite. Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Wolken durch Konvektion entstehen, die ihrerseits durch die Sonneneinstrahlung angetrieben wird. Entsprechend sollte die Bewölkung auf der südlichen Hemisphäre zum Ende des Sommers abnehmen und später auf der Nordhalbkugel wieder auftauchen. Die Klimamodelle hatten vorhergesagt, dass die Bewölkung auf der Südhalbkugel bereits ab 2005 zurückginge - doch noch Ende 2007 zeigten die Bilder von Cassini eine unverändert starke Wolkenbildung.

Das Klima auf dem Saturnmond scheint also mit einer größeren Verzögerung auf die jahreszeitliche Veränderung der Sonneneinstrahlung zu reagieren, als es die Modelle bislang erwarten lassen. Möglicherweise speichert die Oberfläche Titans Wärme und gibt sie langsam wieder ab. Genauere Aussagen dazu seien aber erst möglich, wenn detaillierte Informationen über die Beschaffenheit der Titanoberfläche vorliegen, so die Forscher.