Raumsonden für Jupiter- und Saturnmonde geplant

Sowohl NASA als auch ESA streben an, Sonden in Umlaufbahnen des Jupitermondes Europa und der Saturnmonde Titan und Enceladus zu platzieren. Daraus wollen die Forscher Erkenntnisse über die Enstehungsbedingungen von Leben fernab der Erde gewinnen.

NASA und ESA planen neue Sonden für Jupiter und Saturn
NASA und ESA planen neue Sonden für Jupiter und Saturn

Washington (USA) - Bei einem Treffen in Washington letzte Woche trafen Vertreter der europäsichen Weltraumagentur ESA und der amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA eine Vorauswahl für zukünftige Missionen ins Planetensystem. Die Entscheidung für neue Raumsonden ging zu Gunsten der Gasriesen Jupiter und Saturn aus – oder besser: ihrer Monde. Von deren Untersuchung erhoffen sich die Wissenschaftler besser zu verstehen, wie sich das Sonnensystem gebildet hat und welcher Voraussetzungen es bedarf, damit extraterrestrisches Leben entsteht.

Ein von der NASA geplanter Orbiter für den Jupitermond Europa und eine ESA-Sonde, die den Jupitermond Ganymed umrunden wird, sollen sich gegenseitig ergänzen. Sowohl bei Ganymed als auch Europa vermuten Geologen große Wasserozeane unter der Oberfläche, deren Größe und Ursprung die Sonden erforschen könnten. Nach dem Start 2020 sollen die Sonden sechs Jahre bis zum Jupitersystem brauchen und dann ein Jahr lang Daten liefern.

Im Saturnsystem interessiert die Astronomen vor allem Titan, der größte Mond im Sonnensystem. Eine NASA-Sonde könnte ihn umrunden, während die ESA eine Landesonde und einen in Titans Atmosphäre fliegenden Ballon plant. Titan fasziniert durch ein von Methan-Wolken und -Seen geprägtes Wettersystem.

ESA und NASA steigen nun in die Detailplanungen ein. Ed Weiler, stellvertretender Geschäftsführer der NASA-Wissenschaftsmissionen, sieht in der Planung eine "win-win-Situation" für alle Beteiligten und David Southwood (ESA-Direktor für unbemannte Wissenschaftsmissionen) bezeichnet die Pläne sogar als "Markstein der Planetenerkundung im 21. Jahrhundert". Die Sonden werden zwar getrennt in Europa und den USA gebaut werden, dabei möchten die Ingenieure aber besonders eng zusammenarbeiten.