Neuer Rekord: Kleinster Exoplanet entdeckt

Der französische Satellit Corot hat den bislang erdähnlichsten Planeten aufgespürt - dieser umkreist seinen Stern auf einer extrem engen Bahn

Transit eines Exoplaneten
Transit eines Exoplaneten

Paris (Frankreich) - Lebensfreundlich ist der neu entdeckte Planet wahrlich nicht: Die Temperaturen auf seiner Oberfläche liegen vermutlich zwischen 1000 und 1500 Grad Celsius, schätzen die Astronomen. Denn Corot-Exo-7b, so seine Katalognummer, umrundet seinen Stern alle 20 Stunden auf einer extrem engen Umlaufbahn. Damit ist er der schnellste bisher entdeckte Exoplanet. Corot-Exo-7b ist etwa doppelt so groß wie die Erde und damit außerdem der kleinste Planet, der bislang bei einem anderen Stern gefunden wurde.

"Die Entdeckung von Exo-7b ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem vollständigen Verständnis der Entstehung und Entwicklung von Planetensystemen", erklärt Malcolm Fridlund, der für die Europäische Weltraumagentur ESA am Corot-Projekt beteiligt ist, "erstmals haben wir einen Planeten gefunden, der unzweifelhaft felsig ist wie unsere Erde." Bislang waren sich die Astronomen nicht sicher, ob solche felsigen Planeten überhaupt auf derart engen Umlaufbahnen existieren können.

Die meisten der bislang über 330 Planeten, die von den Astronomen bei anderen Sternen entdeckt wurden, sind große Gasplaneten. Viele davon kreisen ebenfalls auf sehr engen Umlaufbahnen um ihre Sterne. Nach den Vorstellungen der Forscher wandern die Gasplaneten in der Frühphase der Planetensysteme von außen nach innen. Ob felsige Planeten diese Phase überstehen können oder ob sie durch die wandernden Riesenplaneten aus den Systemen hinaus geworfen werden, war bislang nicht klar.

Auf seiner Bahn zieht Exo-7b von der Erde aus gesehen regelmäßig vor dem Stern vorüber. Corot hat die geringfügige Helligkeitsminderung des Sterns bei diesen so genannten Transits nachgewiesen. Keine ganz einfache Aufgabe, da andere Phänomen - wie etwa Sternflecken - ebenfalls zu geringen Helligkeitsschwankungen des Sterns führen. Tatsächlich zeigt der Stern noch eine Reihe weitere periodischer Schwankungen, hinter denen sich weitere Planeten verbergen könnten.