NASA: Rückkehr zum Mond beginnt

Mit dem Start des Lunar Reconnaissance Orbiter läuten die USA die nächste Phase der Erforschung des Erdtrabanten ein

Lunar Reconnaissance Orbiter auf der Startrampe
Lunar Reconnaissance Orbiter auf der Startrampe

Cape Canaveral (USA) - Auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral steht eine Atlas-5-Rakete bereit zum Start. Sie soll in wenigen Tagen die Forschungssonde "Lunar Reconnaissance Orbiter" LRO in eine Umlaufbahn um den Erdtrabanten bringen. Es ist der erste Schritt der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa auf dem Weg, der vierzig Jahre nach den Apollo-Flügen wieder Menschen zum Mond bringen und schließlich in den Aufbau einer permanent bemannten Mondstation münden soll. Voraussichtlicher Starttermin des LRO ist der 18. Juni.

"Wir haben heute teilweise viel bessere Karten von der Marsoberfläche als vom Mond", erklärt Craig Tooley, Projektwissenschaftler der LRO-Mission. Das soll sich nun ändern. Der Lunar Reconnaissance Orbiter hat eine Kamera an Bord, die noch metergroße Einzelheiten auf der Mondoberfläche erkennen kann. Ein Laser-Messgerät soll zudem eine genaue Höhenvermessung ermöglichen.

Besonderes Augenmerk wollen die Forscher auf die Polarregionen des Mondes richten. Dort gibt es Regionen, die ständig im Schatten liegen und in denen sich gefrorenes Wasser abgelagert haben könnte. Dieses Eis wäre ein nützlicher Rohstoff für die Versorgung von Astronauten auf dem Mond. Mit speziellen Instrumenten soll der LRO, der den Mond mindestens ein Jahr lang in einer Höhe von nur 30 bis 50 Kilometern auf einem polaren Orbit umkreisen soll, nach den Eisablagerungen suchen.

Als zweite Nutzlast hat die Atlas-5 den "Lunar Crater Observation and Sensing Satellite", kurz LCROSS, an Bord. LCROSS fliegt nicht direkt zum Mond, sondern geht zunächst auf eine weite polare Umlaufbahn um die Erde. Erst im Oktober schneidet dieser Orbit die Mondbahn - dann soll LCROSS seine Antriebsstufe mit hoher Geschwindigkeit in einen der dunklen Mondkrater schießen und die beim Aufprall ausgeworfene Materie untersuchen. Die Wissenschaftler hoffen, darin Spuren von Wasser nachweisen zu können. LCROSS muss sich allerdings beeilen, die gemessenen Daten zur Erde zu senden, denn vier Minuten nach dem Einschlag der Antriebsstufe zerschellt auch die Sonde auf der Mondoberfläche.