Herschel und Planck starten voraussichtlich am 14. Mai

Nachdem die nachträglichen Prüfungen der Trägerrakete Ariane 5 ECA abgeschlossen wurden, sollen die Weltraumteleskope Herschel und Planck am 14. Mai in den Weltraum starten.

Herschel und Planck
Herschel und Planck

Paris - Bis zum geplanten Termin werden die beiden Satelliten auf dem europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana auf den Start vorbereitet: Die Satelliten werden getankt und die Kryostate mit supraflüssigem Helium gefüllt, um die Kühlung der Instrumente zu gewährleisten.

Am 20. April waren Unregelmäßigkeiten bei den Tests von Bauteilen aufgetreten, die identisch mit denen der Ariane-5-Trägerrakete sind. Das Unternehmen Arianespace hatte daraufhin entschieden, zusätzliche Kontrollen an der Rakete durchzuführen und den Start zu verschieben.

Planck wird als die „Zeitmaschine der ESA" bezeichnet, denn er wird zu den Anfängen von Raum und Zeit zurückblicken können – rund 14 Milliarden Jahre. Ziel ist es, durch die Aufnahme der Hintergrundstrahlung mit bislang unerreichter Präzision den Astronomen bei der Entscheidung zu helfen, welche Theorien zu Entstehung und Evolution des Universums richtig sind.

Planck wird dazu 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt stationiert. Von dort aus kann er – Erde und Sonne immer im Rücken – die Mikrowellenstrahlung ungehindert beobachten. Er wird sich einmal pro Minute um sich selbst drehen, so dass das Teleskop in Kreisen den Himmel abtastet. Das Teleskop trägt seinen Namen zu Ehren von Max Planck.

Herschel soll Fragen nach der Entstehung der Galaxien beantworten: Wann und wie haben sich Galaxien und die Sterne, aus denen sie bestehen, gebildet? Astronomen träumen davon diese Fragen beantworten zu können und entwickelten mit Herschel ein Teleskop, das zwei wichtige Kriterien erfüllt: Zum einen ist es durch seine Größe fähig, Licht von entferntesten Galaxien aufzunehmen, und zum anderen kann es selbst solche Objekte beobachten, die vollständig von Staub verhüllt sind. Dazu arbeitet Herschel im fernen Infrarotbereich, da Galaxien aufgrund ihres Staubgehalts hauptsächlich Licht dieses Wellenlängenbereichs ausstrahlen. Benannt ist das Teleskop aus diesem Grund nach dem Entdecker der Infrarotstrahlung Wilhelm Herschel.

Astronomen werden zum ersten Mal staubige und kalte Regionen beobachten können, die für bisherige Teleskope unsichtbar waren. Mit einem Spiegeldurchmesser von 3,5 Metern leitet Herschel nach Angaben der ESA den Beginn einer neuen Generation von Weltraumteleskopen ein.

Die beiden Missionen Herschel und Planck sind damit ganz unterschiedlichen astronomischen Fragestellungen gewidmet. Die beiden Teleskope werden aber dennoch zusammen ins Weltall starten, denn eines haben sie gemeinsam: Sie werden nicht in einer Umlaufbahn um die Erde, sondern in der Nähe des so genannten Lagrangepunktes L2 operieren. In den nach Joseph-Louis Lagrange benannten Punkten, von denen es fünf gibt, stellt sich zwischen zwei Himmelskörpern wie Sonne und Erde ein gravitativer Gleichgewichtszustand ein, so dass ein Satellit an dieser Stelle gewissermaßen verharrt. Der L2-Punkt des Systems Erde-Sonne liegt weit jenseits der Mondbahn in etwa 1,5 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde in entgegengesetzter Richtung zur Sonne. Dort können beide Satelliten relativ gut von der störenden Strahlung der Erde und der Sonne abgeschirmt werden.