Großer Stern schwingt ähnlich wie die Sonne

Astronomen entdecken bei einem massereichen Stern Oszillationen, die denen der Sonne ähneln - und eine Blick in das Sterninnere erlauben

Corot Satellit
Corot Satellit

Paris (Frankreich) - Der Stern V1449 Aquilae im Sternbild Adler besitzt die zehnfache Masse unserer Sonne. Doch in einer Hinsicht ähnelt er unserem Zentralgestirn: Auf seiner Oberfläche gibt es schnelle Schwingungen, ausgelöst durch turbulente Konvektion in den Außenschichten des Sterns. Ein Team französischer Forscher berichtet in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Science" über die Entdeckung dieser Oszillationen.

"Seismologische Untersuchungen von Sternen liefern einen Einblick in die physikalischen Prozesse, die in ihrem Inneren ablaufen", erläutern Kévin Belkacem vom Observatoire de Paris und seine Kollegen die Bedeutung der Beobachtungen. Die Astronomen hatten V1449 Aquilae insgesamt 150 Tage lang nahezu ununterbrochen mit den Messgeräten des Satelliten Corot beobachtet. Das im Dezember 2006 gestartete Weltraumteleskop ist bislang hauptsächlich für seine Suche nach extrasolaren Planeten bekannt. Doch es ist auch darauf spezialisiert, die Oszillationen von Sternen zu vermessen.

So wie die Ausbreitung von Erdbebenwellen Geologen einen Blick in das Innere der Erde erlaubt, können Astronomen mit Hilfe solarer und stellarer Oszillationen in das Innere von Sonne und Sternen blicken. Die turbulente Konvektion in den oberen Schichten der Sonne beispielsweise führt zu akustischen Oszillationen niedriger Amplitude, die sich inzwischen auch bei anderen Sternen mit niedriger Masse nachweisen ließen.

Nun konnten Belkacem und seine Kollegen solche Oszillationen auch bei dem Stern V1449 Aquilae aufspüren. Nach Ansicht der Astronomen ist dies ein erster Schritt zur Untersuchung des inneren Aufbaus von massereichen Sternen. Damit ließen sich künftig beispielsweise neue Erkenntnisse über die Bedeutung von Turbulenzen im Sterninneren für die Entwicklung der Sterne gewinnen.