Wie große Sterne entstehen

Große Sterne mit der bis zu einhundertfachen Masse unserer Sonne können nur in Gaswolken entstehen, die ungewöhnlich dicht sind.

Sternentstehung
Sternentstehung

Princeton (USA)/Berkeley (USA) - Zu diesem Schluss kommen zwei amerikanische Astrophysiker in einer jetzt im Fachblatt "Nature" veröffentlichten Studie. Nach Ansicht der Forscher könnte dies auch bedeuten, dass die Astronomen die Anzahl der Sterne in fernen Galaxien erheblich unterschätzen.

"Massereiche Sterne sind selten, aber sie spielen eine wichtige Rolle in den Galaxien", erläutert Mark Krumholz von der Princeton University. Denn solche Sterne vergehen in Supernova-Explosionen und reichern so ihre Umgebung mit schweren Elementen an -- Elementen, die für die Entstehung von Planeten und Leben essentiell sind. "Nur solche großen Sterne können diese schweren Elemente produzieren."

Sterne entstehen durch den Kollaps großer Gaswolken. Normalerweise bilden sich in einer Gaswolke viele kleine Verdichtungen, aus denen sich dann kleinere Stern ähnlich unserer Sonne entwickeln. Krumholz und sein Kollege Christopher McKee von der University of California in Berkeley konnten nun zeigen, dass in extrem dichten Gaswolken dieser Prozess zum Stillstand kommt: Die Strahlung der kleinen Sterne heizt das verbleibende Gas so stark auf, dass es keine kleinen Sterne mehr bilden kann. Stattdessen bildet das gesamte Gas schließlich einen einzigen Stern großer Masse.

Sterne mit großer Masse leuchten besonders hell und sind deshalb häufig die einzigen individuellen Objekte, die sich in einer fernen Galaxie ausmachen lassen. Die Astronomen nutzen deshalb massereiche Sterne, um die Gesamtzahl von Sternen in den Galaxien abzuschätzen. In Regionen, in denen kaum massereiche Sterne entstehen können, könnte dieses Verfahren zu einer "dramatischen Unterschätzung" der Anzahl kleinerer Sterne führen, so Krumholz und McKee.