Vulkanismus und Geysire auf dem Mars

Der Mars ist kein "toter Planet", sondern zeigt bis in die Gegenwart hinein Anzeichen geologischer Aktivität.

Daedalia Planum auf dem Mars
Daedalia Planum auf dem Mars

League City (USA) - Kraterzählungen auf dem Mars belegen mehrere Episoden vulkanischer Aktivität. Die letzte davon liegt nur etwa 100 Millionen Jahre zurück und ist möglicherweise bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Außerdem haben Planetenforscher Hinweise auf Geysire entdeckt, die offenbar noch vor 20 Millionen Jahren auf dem Mars aktiv waren. Die Wissenschaftler präsentierten ihre Beobachtungen jetzt auf einer Fachtagung in Texas.

"Wir haben nun gute Beweise dafür, dass der Vulkanismus und die Freisetzung von Wasser auf dem Mars in Episoden abgelaufen ist", erklärt Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin, der federführend die hochauflösende Kamera der europäischen Sonde Mars Express entwickelt hat. Anhand von Kraterzählungen haben Neukum und seine Kollegen die Geschichte des Vulkanismus auf dem roten Planeten rekonstruiert: Je weniger Krater es in einer Region gibt, desto jünger ist die Oberfläche dort.

Insgesamt stießen die Forscher auf fünf deutlich unterscheidbare Vulkanismus-Episoden: vor 3,5 Milliarden Jahren, vor 1,5 Milliarden Jahren, vor 400 bis 800 Millionen Jahren, vor 200 Millionen Jahren und vor 100 Millionen Jahren. In einigen Gebieten um den Vulkan Olympus Mons stießen Neukum und seine Kollegen sogar auf Spuren von Lavaflüssen, die erst zwei Millionen Jahre alt sind. "Der Mars ist also keineswegs tot", schließt Neukum, auch in der Gegenwart könne es noch zu neuen vulkanischen Aktivitäten kommen.

Eine andere Forschergruppe um Alistair Bargery von der Lancaster University in Großbritannien ist in zwei Regionen auf dem Mars auf die Spuren gigantischer Geysire gestoßen. Bis zu zwei Kilometer hoch könnten die Geysire Wasser geschleudert haben, mutmaßen die Wissenschaftler. Vermutlich stammte das Wasser aus Reservoiren in einer Tiefe von drei bis vier Kilometern und war stark mit Kohlendioxid angereichert. Durch Risse in der Planetenkruste ist das Wasser dann unter hohem Druck entwichen.