Vulkanismus auf Merkur

Neue Fotos der Messenger-Sonde zeigt, dass Vulkane maßgeblich die Planetenoberfläche formten

Vulkane auf Merkur
Vulkane auf Merkur

Pasadena (USA)/Tempe (USA) - Die Oberfläche des sonnennächsten Planeten Merkur ist stärker durch Vulkanismus geprägt als bislang von den Astronomen vermutet. Das zeigen Fotos und Messdaten, die die amerikanische Sonde Messenger im Januar zur Erde funkte. In gleich elf Aufsätzen präsentieren internationale Forscherteams in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Science" die Ergebnisse des Vorbeiflugs. Messenger ist erst die zweite Raumsonde, die den sonnenächsten Planeten besucht. Nach zwei weiteren Vorbeiflügen soll sie im März 2011 in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken.

Bei drei Vorbeiflügen in den Jahren 1974 und 1975 konnte die Nasa-Mission Mariner 10 nur etwa 45 Prozent der Oberfläche des Merkur fotografieren. "Wir haben nun schon Bilder von etwa der Hälfte der Regionen, die Mariner 10 nicht gesehen hat", freut sich Mark Robinson von der Arizona State University. "Den Rest hoffen wir bei dem nächsten Vorbeiflug am 6. Oktober zu erhalten."

Auf den ersten Blick ähnelt Merkur mit seiner kraterübersäten Oberfläche dem Mond der Erde. Doch die Messungen der Messenger-Sonde zeigen nun, das ein Grossteil der Oberfläche des Planeten durch Vulkanismus umgestaltet wurde. "Zum Beispiel ist das große Caloris-Einschlagbecken komplett mit einem Material gefüllt, dass vulkanischen Ursprungs zu sein scheint", erklärt Robinson.

Die Größe der mit Lava überfluteten Bereiche deutet darauf hin, so der Forscher, dass es im Mantel des Planeten große Magma-Reservoire gegeben haben muss. Überraschend für die Wissenschaftler ist, dass das Oberflächenmaterial sehr wenig Eisen enthält. "Wir haben erwartet, dass das vulkanische Gestein reich an eisenhaltigen Silikaten ist, aber das ist nicht der Fall", so Robinson. Möglicherweise sei das Eisen in Mineralien verborgen, die sich mit den Messgeräten der Sonde nicht nachweisen lassen