Supernovaexplosion direkt beobachtet

Zufall erlaubt Astronomen, die Explosion einer Supernova live zu beobachten

Explodierende Supernova
Explodierende Supernova

Leicester/London (Großbritannien) - Der Zufall machte es möglich: Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen, eine Supernova im Moment der Explosion zu beobachten. Gerade während die Wissenschaftler mit dem Satellitenobservatorium Swift eine ältere Supernova in der 90 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie NGC 2770 beobachteten, explodierte in dem Sternsystem ein zweiter Stern. Das Team berichtet im Fachblatt "Nature" über die Entdeckung.

"Schon nach zwei Stunden konnten wir mit Swift den expandierenden Feuerball im ultravioletten Licht sehen", erläutert Patricia Schady vom University College London, eine an den Beobachtungen beteiligte Forscherin. "Und wir haben sofort Kollegen in aller Welt alarmiert, damit sie die Supernova beobachten." Neben dem Hubble Space Telescope, dem Röntgensatelliten Chandra und den Radioantennen des Very Large Array kamen auch das Gemini North Telescope, das Keck Telescope und zahlreiche kleinere Fernrohre zu Einsatz.

Zu einer Supernova-Explosion kommt es, wenn Sterne mit der mehr als achtfachen Masse unserer Sonne ihren nuklearen Energievorrat aufgebraucht haben. Das Innere des Sterns kollabiert zu einem Neutronenstern oder zu einem Schwarzen Loch. Der Kollaps löst eine nach außen laufende Schockwelle aus, die die Außenhülle des Sterns zerfetzt. Theoretische Modellrechnungen sagen voraus, dass es beim Durchbruch der Schockwelle durch die Sternenhülle zu einem kurzen Ausbruch von Röntgenstrahlung kommen sollte. Doch bislang konnte dieser Ausbruch niemals beobachtet werden.

Das ist jetzt erstmals gelungen. Am 9. Januar registrierte Swift einen fünfminütigen Ausbruch von Röntgenstrahlung mit einer Gesamtenergie, die etwa einem Hunderttausendstel der Explosionsenergie einer Supernova entspricht. Das ist in guter Übereinstimmung mit den theoretischen Modellen. Die Astronomen hoffen nun, dass ihnen die Auswertung der vielen Beobachtungsdaten neue Erkenntnisse über den genauen Verlauf der Explosion liefert.