Starke Magnetfelder in fernen Galaxien

Magnetfelder in Sternsystemen entstehen früher als bislang vermutet - und spielen vielleicht eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der Galaxien

Magnetfelder in der Galaxie M51
Magnetfelder in der Galaxie M51

Zürich (Schweiz) - Galaxien ähnlich unserer Milchstraße besitzen bereits früh in der Geschichte des Kosmos genauso starke Magnetfelder wie heute. Das zeigt die genaue Vermessung der Strahlung von 76 Quasaren durch ein internationales Team von Astronomen. Die Magnetfelder der Sternsysteme müssen demnach schon früher entstanden sein als bislang vermutet, schreiben die Forscher im Fachblatt "Nature".

"Der Ursprung und das Wachstum von Magnetfeldern in Galaxien ist immer noch ein Rätsel", stellen Martin Bernet von der ETH Zürich und seine Kollegen aus der Schweiz, den USA und Kanada fest. Zwar gehen die Astronomen davon aus, dass ähnlich wie in Sternen und in der Erde ein ursprünglich schwaches Magnetfeld durch einen Dynamo-Effekt verstärkt wird. Doch es ist bislang noch völlig unklar, auf welcher Zeitskala dieser Vorgang abläuft.

Bernet und seine Kollegen konnten nun zeigen, dass das Licht von vielen Quasaren - extrem leuchtkräftige Galaxienkerne in großer Entfernung - auf dem Weg zu uns andere Galaxien durchquert und dabei durch Magnetfelder beeinflusst wird. Die Magnetfelder drehen über den so genannten Faraday-Effekt die Schwingungsebene der Quasarstrahlung. Aus der Größe des Effekts konnten die Forscher die Stärke der Magnetfelder in den Galaxien abschätzen. Mit etwa zehn Mikrogauß ist sie vergleichbar zu den Werten in der Milchstraße und anderen nahen Galaxien.

Die Magnetfelder müssen also schon sehr früh in der Entwicklung der Galaxien entstanden sein. Nach Ansicht von Bernet und seinen Kollegen deutet das auch darauf hin, dass Magnetfelder eine bislang unterschätzte Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Galaxien spielen könnten.