Schwarzes Loch in Omega Centauri

Der Kugelsternhaufen Omega Centauri beherbergt in seinem Zentrum ein Schwarzes Loch mit einer Masse von etwa 40.000 Sonnen.

Kugelsternhaufen Omega Centauri
Kugelsternhaufen Omega Centauri

Garching/Austin (USA) - Das Schwarze Loch im Kugelsternhaufen Omega Centauri zeigt sich in Beobachtungen eines internationalen Forscherteams mit dem Weltraumteleskop Hubble sowie dem acht Meter großen Gemini-Teleskop in Chile. Nach Ansicht der Astronomen deutet der Fund darauf hin, dass Omega Centauri ursprünglich eine Zwerggalaxie war, die von unserer Milchstraße eingefangen worden ist. Das Team berichtet demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal" über seine Entdeckung.

"Unser Fund zeigt, dass es Schwarze Löcher in allen Größen gibt", sagt Eva Noyola vom Max Planck Institut für Extraterrestrische Physik in Garching bei München, die das Forscherteam leitet. "Es gibt supermassive Schwarze Löcher, Schwarze Löcher mittlerer Masse und stellare Schwarze Löcher." Das Schwerkraftmonster in Omega Centauri zählt zur Kategorie der Schwarzen Löcher mittlerer Masse. "Bislang hatten wir für diese Kategorie nur ein einziges Beispiel, nämlich in einem Kugelsternhaufen in der Andromeda-Galaxie", ergänzt Karl Gebhardt von der University of Texas in Austin, ein weiteres Mitglied des Teams.

Noyola, Gebhardt und ihr Kollege Marcel Bergmann vom Gemini Observatory hatten die Bewegung der Sterne im Zentrum von Omega Centauri untersucht, Dabei stießen sie darauf, dass die Geschwindigkeit der Sterne erheblich höher ist, als es die Schwerkraft der sichtbaren Sterne in der Zentralregion erwarten lässt. Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass im Zentrum des Kugelsternhaufens ein dunkles Objekt mit der 40.000-fachen Sonnenmasse verborgen sein muss -- eben ein Schwarzes Loch. Solche Schwarzen Löcher mittlerer Masse vermuten die Astronomen eigentlich jedoch nicht in Kugelsternhaufen, sondern in den Zentren von Zwerggalaxien.

Omega Centauri ist 17.000 Lichtjahre von uns entfernt und der größte Kugelsternhaufen der Milchstraße. Er enthält etwa zehnmal mehr Sterne als andere große Kugelsternhaufen. Im Gegensatz zu anderen Kugelsternhaufen enthält Omega Centauri außerdem nicht nur eine, sondern mehrere, zu unterschiedlichen Zeiten entstandene Sternengenerationen. Die Entdeckung eines großen Schwarzen Loches ist nun ein weiteres Indiz für die seit längerem diskutierte Idee, dass es sich bei Omega Centauri ursprünglich um eine eigenständige Zwerggalaxie gehandelt haben könnte. Bei einem nahen Vorübergang an der Milchstraße könnte diese Galaxie ihre äußeren Sterne verloren haben und so zu ihrer heutigen kompakten Form gekommen sein.