Saturnmond Rhea besitzt einen Ring

Nicht nur der Planet Saturn, auch sein Mond Rhea ist offenbar von Staub umgeben, der sich auf einer Ringbahn anordnet.

Saturnmond Rhea
Saturnmond Rhea

Pasadena (USA)/Heidelberg - Darauf deuten jetzt im Fachblatt "Science" veröffentlichte Messungen der amerikanischen Sonde Cassini hin. Es wäre die erste Entdeckung eines Ringes um einen Mond. Nach Angaben der Forscher besitzt der vermutlich hauptsächlich aus Staub bestehende Ring einen Durchmesser von mehreren tausend Kilometern.

Die ersten Hinweise auf den Ring um Rhea lieferte ein Detektor für Elektronen. "Die Auswertung ergab, dass irgendetwas die Elektronen entlang ihrer Bahnen daran hinderte, den Detektor zu erreichen", sagt Geraint Jones vom Mullard Space Science Laboratory in Großbritannien. Jones und seine Kollegen vom Cassini-Team vermuteten sogleich, dass ein Ring aus Staub die Bewegung der Elektronen behindert.

Und tatsächlich zeigte auch der Staubdetektor von Cassini eine deutliche Erhöhung der Staubrate in der Nähe von Rhea. "In der unmittelbaren Umgebung des Mondes hatten wir durchaus Staub erwartet", sagt Sascha Kempf vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg. "Aber eine Ansammlung in einer Scheibe oder gar in Form von Ringen hat uns doch überrascht."

Die Cassini-Wissenschaftler haben nach der Entdeckung der Ringe numerische Simulationen durchgeführt um herauszufinden, ob es wirklich stabile Bahnen von Staubteilchen um Rhea gibt. Die Modelle zeigen, dass solche Bahnen -- und damit Ringe -- durchaus möglich sind und sogar über sehr lange Zeiträume hinweg existieren können. Ein optischer Nachweis des Ringsystems ist bisher allerdings noch nicht gelungen. Ideal wäre ein Blick direkt auf die Kante des Rings -- aber bisher war Cassini noch nicht in dieser günstigen Position.

Cassini umkreist seit 2004 den Saturn und untersucht unter anderem seine Monde sowie deren Wechselwirkung mit der Umgebung. Die 1672 von Giovanni Cassini -- dem Namensgeber der Sonde -- entdeckte Rhea ist mit einem Durchmesser von 1528 Kilometern nach Titan der zweitgrößte Begleiter des Ringplaneten. Etwa alle viereinhalb Tage umläuft Rhea ihren Mutterplaneten in einer mittleren Entfernung von 526.000 Kilometern.