Magnetfeldumkehr bei sonnenähnlichem Stern

Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen, die Umkehr des Magnetfelds bei einem anderen Stern zu beobachten. Der Stern Tau Bootes steht 51 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Ochsentreiber (Bootes) und ist nur geringfügig größer als die Sonne.

Toulouse (Frankreich) - Im Gegensatz zu unserem Zentralgestirn wird er jedoch von einem Riesenplaneten auf einer sehr engen Umlaufbahn umkreist. Möglicherweise beeinflusst dieser Planet auch das Magnetfeld des Sterns, schreiben die Astronomen in ihrem demnächst im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" erscheinenden Bericht.

"Wir vermuten, dass die magnetische Periode von Tau Bootis sehr viel kürzer ist als bei unserer Sonne", so Jean-Francois Donati von der Université Paul Sabatier in Toulouse und seine Kollegen. Bei der Sonne kehrt sich das Magnetfeld alle elf Jahre um. Dieser Magnetfeldzyklus reguliert die Aktivität der Sonne, also das Auftreten von dunklen Flecken auf der Oberfläche, Protuberanzen und Eruptionen. Die letzte Umkehr des solaren Magnetfelds fand im vergangenen Jahr statt, zeitgleich mit dem Minimum der Sonnenaktivität.

Mit einer Masse, die nur 20 Prozent über jener unseres Zentralgestirns liegt, ähnelt Tau Bootes unserer Sonne. Trotzdem könnte der magnetische Zyklus bei diesem Stern völlig anders verlaufen, glauben Donati und seine Kollegen. Denn Tau Bootis besitzt einen Riesenplaneten mit der 6,5-fachen Masse des Jupiter, der ihn alle drei Tage auf einer extrem engen Bahn umkreist. Die Bahn ist so eng, dass die Gezeitenkräfte die Rotation des Sterns beschleunigt haben: Er dreht sich nun genauso schnell um sich selbst, wie der Planet um ihn kreist.

Da Rotation und Magnetfeld aneinander gekoppelt sind, vermuten die Astronomen nun, dass sich durch den Planeten auch der magnetische Zyklus von Tau Bootis beschleunigt hat. Das Team will den Stern deshalb weiter aufmerksam beobachten, um zu sehen, wann sich das Magnetfeld das nächste Mal umkehrt.