Lebensbausteine in der Planetenwiege

Astronomen ist es erstmals gelungen, Wasser und einfache organische Moleküle in erdähnlicher Entfernung in der Gas- und Staubscheibe um einen jungen Stern nachzuweisen.

Gas- und Staubscheibe
Gas- und Staubscheibe

Washington (USA)/London (Großbritannien) - Unabhängig davon ist ein internationales Forscherteam bei der Untersuchung von zwei in der Antarktis gefundenen Meteoriten auf die bislang höchste Konzentration von Aminosäuren gestoßen. Beide Forschungsergebnisse deuten in die gleiche Richtung: Die Entstehung des Lebens scheint bereits im Weltall zu beginnen.

"Unsere Arbeit zeigt, dass Aminosäuren und andere nützliche organische Stoffe, die mit Meteoriten auf die junge Erde gelangten, die Entstehung des Lebens beschleunigt haben könnten", erklärt Zita Martins vom Imperial College in London. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus den USA und den Niederlanden hatte die Forscherin drei Meteoriten untersucht, die in den Jahren 1992 und 1995 im Eis der Antarktis aufgefunden worden waren. In zwei der Gesteinsbrocken fanden die Wissenschaftler zehnmal mehr Aminosäuren als bei in der Vergangenheit untersuchten, ähnlichen Meteoriten. Die Isotopenzusammensetzung der Moleküle zeigt dabei, dass diese Aminosäuren tatsächlich aus dem Weltall stammen müssen und es sich nicht etwa um spätere irdische Verunreinigungen handelt.

Dass es bereits in der Frühphase der Planetenentstehung eine reichhaltige organische Chemie in der Gas- und Staubscheibe um junge Sterne gibt, zeigen auch die Beobachtungen von John Carr vom Naval Research Laboratory in Washington und Joan Najita vom National Optical Astronomy Observatory in Tucson. Die beiden Astronomen haben den etwa eine Million Jahre alten Stern AA Tauri mit einem speziellen Detektor des Infrarot-Weltraumteleskops Spitzer beobachtet. Dabei konnten sie nicht nur Wasser, sondern auch Kohlendioxid, Acetylen und Blausäure in einem Bereich nachweisen, in dem möglicherweise erdähnliche Planeten entstehen könnten.

"Unsere Beobachtungen liefern uns wichtige Informationen darüber, wie solche Moleküle entstehen, in den Scheiben transportiert werden und wieder vergehen", erläutert Najita. Weitere Beobachtungen bei anderen jungen Sternen müssten nun zeigen, wie häufig diese chemischen Grundbausteine des Lebens in den Gas- und Staubscheiben entstehen, so die Forscherin.