Kleiner roter Fleck: Supersturm auf Jupiter

Auf dem Planeten bildet sich ein dritter Fleck

Dritter Fleck auf der Jupiteroberfläche
Dritter Fleck auf der Jupiteroberfläche

Laurel (USA) - Seit mehreren Jahren beobachten die Astronomen die Entstehung des "Kleinen Roten Flecks", eines gewaltigen Wirbelsturms auf dem Planeten Jupiter. Jetzt konnten die Forscher durch die Kombination von Raumsonden-Daten und Beobachtungen von der Erde aus die Windgeschwindigkeit in dem Supersturm bestimmen: Mit über 600 Kilometern pro Stunde zählt sie zu den höchsten Windgeschwindigkeiten, die jemals im Sonnensystem gemessen wurden. Die Wissenschaftler berichten demnächst im Fachblatt "Astronomical Journal" über ihre Beobachtungen.

"Wir haben die seltene Gelegenheit genutzt, Jupiter mit unterschiedlichen Instrumenten zu beobachten", erklärt Teamleiter Andrew Cheng von der Johns Hopkins University in Laurel im US-Bundesstaat Maryland, "denn Jupiter wird frühestens 2016 wieder von einer Raumsonde besucht. Die einzigartigen Beobachtungen liefern uns Informationen über die Struktur und den Aufbau des Sturms. Der Sturm ist immer noch dabei, sich zu entwickeln, und viele der beobachteten Veränderungen bleiben für uns rätselhaft."

Cheng und seine Kollegen nutzten unter anderem Messungen der Pluto-Sonde "New Horizons", die im Februar 2007 an Jupiter vorbei geflogen war. Hinzu kamen Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble und dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile.

Der Kleine Rote Fleck ähnelt dem bekannteren Großen Roten Fleck, einem seit über 300 Jahren in der Jupiteratmosphäre tobendem Wirbelsturm. Die Entstehungsgeschichte des Kleinen Roten Flecks begann, als von 1998 bis 2000 drei seit den 1930er Jahren beobachtete kleinere Wirbelstürme miteinander verschmolzen. Ende 2005 verfärbte sich der bis dahin weiße Wirbelsturm dann aus bislang unbekannten Gründen rot. Der Kleine Rote Fleck ist fast so groß wie die ganze Erde.