Große Eruption auf kleinem Stern

Am 25. April kam es auf dem roten Zwergstern EV Lacertae zu einem gewaltigen Strahlungsausbruch. Ein solcher Ausbruch unserer Sonne wäre für uns fatal.

Sterneruption
Sterneruption

Greenbelt (USA) - Auf einem kleinen Zwergstern in 16 Lichtjahren Entfernung hat es am 25. April eine gewaltige Strahlungseruption gegeben. Das berichten Forscher der NASA, die den Ausbruch mit mehreren Satellitenteleskopen beobachtet haben. Die Eruption wäre für Lebewesen auf einem Planeten des Sterns vermutlich tödlich gewesen, so die Wissenschaftler. Allerdings sind um EV Lacertae keine Planeten bekannt. Der Strahlungsausbruch war der stärkste, der bislang bei einem normalen Stern beobachtet wurde.

"Bei diesem Stern haben wir schon viele Eruptionen beobachtet, aber diese übertrifft alle", sagt Rachel Osten vom Goddard Space Flight Center der Nasa. EV Lacertae ist ein unscheinbarer roter Zwergstern im Sternbild Eidechse, der trotz seiner relativen Nähe zum Sonnensystem von der Erde aus nicht mit bloßem Auge zu erkennen ist. Er besitzt etwa ein Drittel der Masse unserer Sonne und lediglich ein Prozent ihrer Helligkeit.

Der Strahlungsausbruch war so gewaltig, dass EV Lacertae für mehrere Minuten mit bloßem Auge sichtbar gewesen wäre. Doch der Stern befand sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs am Tageshimmel. So konnten die Forscher nur die starke Röntgen- und Gammastrahlung der Eruption mit den Satelliten "Wind" und "Swift" registrieren. Ähnliche Ausbrüche kennen die Astronomen von Neutronensternen, doch für normale Sterne wie EV Lacertae war die Eruption ungewöhnlich stark.

EV Lacertae ist mit 300 Millionen Jahren ein noch junger Stern, der deshalb relativ rasch rotiert. Dadurch ist auch die magnetische Aktivität auf seiner Oberfläche stärker. Die Rotation des Sterns führt dazu, dass sich das Magnetfeld verwickelt und verdrillt. Zu den Strahlungseruptionen kommt es, wenn die in den verdrillten Magnetfeldern gespeicherte Energie schlagartig freigesetzt wird.