Gravitationslinse verrät gleich zwei Planeten bei fernem Stern

Ein Planetensystem, das erstaunlich unserem eigenen ähnelt, hat ein internationales Forscherteam jetzt bei einem 5000 Lichtjahre entfernten Stern aufgespürt.

Planet und Stern wirken als Gravitationslinse
Planet und Stern wirken als Gravitationslinse

Columbus (USA) - Der Stern besitzt zwei Planeten, die vergleichbar mit Jupiter und Saturn sind und, so die Astronomen im Fachblatt "Science", im inneren Bereich des Systems viel Platz für erdähnliche Planeten lassen. Die Entdeckung könnte nach Meinung der Wissenschaftler auch bedeuten, dass Systeme ähnlich dem Sonnensystem häufiger sind als bislang vermutet.

Direkt gesehen haben die Astronomen die beiden Planeten nicht. Vielmehr haben die Himmelskörper sich durch den so genannten Mikro-Gravitationslinseneffekt verraten. Im Frühjahr 2006 zog der Stern von der Erde aus gesehen vor einem weiter entfernten Stern vorüber. Dabei hat er als "Gravitationslinse" mit seiner Schwerkraft das Licht des ferneren Sterns abgelenkt und so zu einer rund zwei Wochen andauernden Helligkeitssteigerung bei dem Stern geführt.

Dieser Helligkeitsänderung überlagert waren mehrere kurzfristige Schwankungen -- Hinweise auf den Mikro-Gravitationslinseneffekt durch die Schwerkraft von Planeten, die um den Stern kreisen. Durch eine sorgfältige Analyse der Helligkeitsschwankungen gelang es den Forschern, zwei Planeten nachzuweisen und deren Massen und Abstände von dem Stern zu bestimmen.

"Das Faszinierende dabei ist, dass die Massen dieser Planeten, und die Menge an Strahlung, die sie von ihrem Stern empfangen, sehr stark Jupiter und Saturn ähneln, wenn wir die Daten mit der Größe und Helligkeit ihres Sterns skalieren", erläutert Scott Gaudi von der Ohio State University, der Hauptautor der Forschungsarbeit. Der Stern besitzt etwa die Hälfte der Sonnenmasse, entsprechend sind auch die Planeten etwas kleiner als Jupiter und Saturn und liegen etwas näher an ihrem Stern.