Galaxien: Zusammenstöße beenden Sternentstehung

Astronomen stoßen auf die Spuren einer kosmischen Katastrophe - zwei große Galaxien sind vor Jahrmillionen mit hoher Geschwindigkeit kollidiert

Gasfilamente zwischen zwei Galaxien
Gasfilamente zwischen zwei Galaxien

New Haven (USA) - Zwei große Galaxien im 50 Millionen Lichtjahre entfernten Virgo-Haufen sind durch ein Netz von 400.000 Lichtjahre langen Gasfilamenten miteinander verbunden. Das zeigen Beobachtungen, über die ein amerikanisches Forscherteam demnächst im Fachblatt "Astrophysical Journal Letters" berichtet. Die Gasfilamente sind ein Indiz dafür, dass die beiden Sternsysteme vor mehreren Millionen Jahren mit hoher Geschwindigkeit zusammengestoßen sind. Die Kollision hat das Gas in den Galaxien so stark aufgeheizt, das dort keine Sterne mehr entstehen können.

"Unsere Entdeckung ist eines der bislang besten Beispiele für Hochgeschwindigkeits-Zusammenstöße zwischen großen Galaxien", erklärt Teamchef Jeffrey Kenney von der Yale University. "Unsere Beobachtungen belegen, dass solche Kollisionen die Sternenentstehung in diesen Galaxien gewissermaßen abschalten können." Bislang dachten die Astronomen, allein der Einfluss supermassiver Schwarzer Löcher in den Zentren der Galaxien sei dafür verantwortlich, dass in großen Galaxien keine Sterne mehr entstehen.

"Es muss einen Prozess geben, der das Gas in den Galaxien so stark erhitzt, dass es sich nicht mehr zu dichten Wolken zusammenziehen kann, in denen Sterne entstehen", so Kenney. Während der Zusammenstoß kleinerer Galaxien häufig zu einer vermehrten Entstehung neuer Sterne führt, hat die Kollision großer Galaxien die entgegengesetzte Folge. Die Geschwindigkeiten großer Galaxien sind erheblich größer, deshalb kann die beim Zusammenstoß frei werdende Energie das Gas in den Galaxien auf mehrere Millionen Grad aufheizen - genug, um die Entstehung neuer Sterne zu unterbinden.