Es schneit über dem Mars

Aus Wolken in vier Kilometern Höhe fällt Schnee - doch er verdampft, bevor er den Boden des roten Planeten erreicht

Phoenix-Sonde auf dem Mars
Phoenix-Sonde auf dem Mars

Toronto (Kanada) - Nacht für Nacht zeigen die Kameras des amerikanischen Marslanders Phoenix, wie sich in der abkühlenden Luft über dem roten Planeten Wolken bilden. Ein Laser-Messgerät hat nun Schneeflocken aufgespürt, die aus Wolken in vier Kilometern Höhe fallen. Doch durch den geringen Luftdruck der Marsatmosphäre verdampft der Schnee, bevor er den Boden des Planeten erreichen kann.

"So etwas haben wir bisher auf dem Mars noch nicht gesehen", kommentiert Jim Whiteway von der York University im kanadischen Toronto die Entdeckung. Whiteway betreut die meteorologischen Geräte an Bord von Phoenix. Die Sonde war am 25. Mai in der nordpolaren Zone des roten Planeten gelandet. Da auf der Nordhalbkugel des Mars gerade Sommer herrschte, lag der Landeplatz in den ersten drei Monaten der Mission ganztägig im Sonnenschein. Inzwischen verschwindet die Sonne jedoch für immer längere Zeiten unter dem Horizont und die Nächte werden kälter. Damit kann, so hoffen die Forscher, der Schnee immer tiefer fallen. "Wir suchen nach Anzeichen dafür, dass der Schnee vielleicht sogar den Boden erreicht", sagt Whiteway.

Unterdessen haben die Forscher in den Bodenproben, die Phoenix in seinen Mini-Labors untersucht hat, Hinweise auf Kalziumkarbonate und Tone gefunden. Auf der Erde entstehen Kalziumkarbonate und Tone zumeist unter dem Einfluss von offenem Wasser. Die Wissenschaftler wollen zügig weitere Bodenproben entnehmen und nach organischen Substanzen im Marsboden suchen. Denn je kürzer die Tage am Landeplatz von Phoenix werden, desto weniger Energie liefern die Solarzellen der Sonde. Höchstens bis Ende November, so vermuten die Nasa-Techniker, wird Phoenix noch arbeiten können. Dann wird es nachts so kalt, dass sich gefrorenes Kohlendioxid - Trockeneis - auf dem Lander ablagert.