Eiszeiten auf dem Mars

Marssonde entdeckt Gletscherspuren auf Planetenoberfläche

Gletscherspuren auf dem Mars
Gletscherspuren auf dem Mars

Rhode Island (USA) - Auf dem Mars hat es noch vor 10 bis 100 Millionen Jahren großräumige Vergletscherungen gegeben. Ein Team amerikanischer Planetenforscher ist auf hochaufgelösten Aufnahmen der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter auf die Spuren von Eiszeiten in der jüngsten Vergangenheit des roten Planeten gestoßen. Die Wissenschaftler berichten im Fachblatt "Geology" über ihre Entdeckungen.

"Bislang sind wir davon ausgegangen, dass der Mars seit über drei Milliarden Jahren tot ist", sagt Teamleiter James Dickson von der Brown University in Rhode Island, "nun sehen wir, dass er noch in jüngster Zeit höchst lebendig war." Nach Ansicht der Forscher bedeutet dies auch, dass sich das Klima auf dem Nachbarplaneten jederzeit wieder ändern kann. Damit steige auch die Chance, dass es auf dem Mars zumindest primitive Lebensformen geben könne.

Die von Dickson und seinen Kollegen gefundenen Gletscherspuren liegen allesamt in mittleren Breiten und zeigen damit, dass sich das Klima auf dem roten Planeten global geändert haben muss. Die Forscher vermuten, dass Änderungen der Rotationsachse die Eiszeiten auslösen. Im Gegensatz zur Erde besitzt der Mars keinen großen Mond, der die Rotationsachse des Planeten stabilisiert.

In der Region Protonilus Mensae stießen die Forscher auf Gletschermoränen in einem breiten, aufwärts führenden Tal. Die Ablagerungen sehen auf den ersten Blick aus, als ob sich der Gletscher bergauf bewegt hätte, so Dickson, "aber das ist physikalisch unmöglich." Stattdessen müsse die Eisschicht höher gewesen sein als der höchste Punkt der Ablagerungen im Tal, um diesen Eindruck zu erwecken. Daraus ergibt sich eine Eisdicke von mindestens einem, wahrscheinlich sogar bis zu 2,5 Kilometer.