Ein Stern mit drei Super-Erden

Neue Exoplaneten auf Umlaufbahn von Stern HD 40307 entdeckt

Ensemble der drei Super-Erden
Ensemble der drei Super-Erden

Nantes (Frankreich) - Gleich drei Planeten haben Astronomen bei dem 42 Lichtjahre entfernten Stern HD 40307 aufgespürt. Alle drei sind so genannte Super-Erden: größer als die Erde, aber kleiner als die Planeten Neptun und Uranus. Insgesamt hat das Forscherteam 150 Sterne mit einem Spezialinstrument untersucht und bei einem Drittel dieser Sterne Hinweise auf Planeten mit relativ kleinen Massen gefunden. Die Himmelsforscher präsentierten ihre Beobachtungen gestern auf einer Fachtagung im französischen Ort Nantes.

"Niemand hat erwartet, dass es eine so große Zahl von Planeten mit niedriger Masse und kurzen Umlaufzeiten gibt", sagt Didier Queloz von der Sternwarte Genf, einer der beteiligten Astronomen. Die insgesamt 45 neuen Exoplaneten-Kandidaten besitzen Massen von weniger als dem 30-fachen der Erdmasse und Umlaufzeiten unterhalb von 50 Tagen. Frühere Untersuchungen hatten nur bei etwa jedem zehnten Stern Planeten gefunden - und dann zumeist Gasriesen ähnlich dem Jupiter. Dank eines neuen Spezialinstruments am 3,6-Meter-Teleskop der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile konnten Queloz und seine Kollegen nun jedoch auch viele Planeten mit einer geringeren Masse aufspüren.

Denn direkt zu sehen sind die Planeten bei anderen Sternen nicht. Dazu senden sie im Vergleich zu ihrem Stern zu wenig Strahlung aus. Die Exoplaneten verraten sich durch ihre Schwerkraft, mit der sie an ihren Zentralsternen zerren. Je größer die Masse des Planeten, umso größer auch die dadurch verursachte Taumelbewegung des Sterns. Mit dem neuen Spektrographen der ESO können die Astronomen noch Bewegungen der Sterne beobachten, die nur wenige Meter pro Sekunde betragen.

Die drei Planeten des Stern HD 40307 besitzen die 4,2-, 6,7- und 9,4-fache Masse der Erde. Ihre Umlaufzeiten betragen 4,3, 9,6 und 20,4 Tage. Alle drei Planeten umkreisen ihren Stern, der unserer Sonne ähnelt, also auf sehr engen Bahnen. Für die Astronomen ist es sehr viel einfacher, Planeten auf solchen engen Bahnen mit kurzen Umlaufzeiten aufzuspüren. "Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass es noch sehr viel mehr Planeten gibt", erklärt Stéphane Udry, ein weiteres Mitglied des Forscherteams, "Super-Erden und neptunähnliche Planeten mit längeren Umlaufzeiten, aber auch erdähnliche Planeten."