Vulkane auf dem Mond

Vor etwa 4250 Millionen Jahren gab es auf dem Erdtrabanten aktiven Vulkanismus

13,5 Kilogramm wiegt dieser Meteorit Kalahari 009
13,5 Kilogramm wiegt dieser Meteorit Kalahari 009

Barcelona (Spanien)/Milton Keynes (Großbritannien) - Vor 4,5 Milliarden Jahren entstand der Mond, wahrscheinlich nach der streifenden Kollision des marsgroßen Himmelskörpers Theia mit der Erde. Das dabei ins All geschleuderte Trümmermaterial ballte sich zusammen und erstarrte über Jahrmillionen bis zur heutigen Form des Erdtrabanten. Schon kurz nach seiner Entstehung zeigte der Mond eine kräftige vulkanische Aktivität. Zu diesem Schluss kommen britische, deutsche und japanische Forscher nach der Analyse des Meteoritens Kalahari 009 und von Mondgestein, das während der Apollo-Missionen gesammelt wurde. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift "Nature".

Mahesh Anand von der Open University in Milton Keynes untersuchte zusammen mit Kollegen der Universitäten in Münster und Hiroshima einen 13,5 Kilogramm schweren Mondbrockens, der 1999 in Botswana entdeckt wurde und aufgrund seines Fundorts den Namen Kalahari 009 trägt. Das Basalt-Gestein war möglicherweise durch einen Asteroiden-Einschlag aus der Mondoberfläche gesprengt worden. Aufgrund seiner Zusammensetzung datierten es die Wissenschafter auf 4,35 Milliarden Jahre. "Das Alter der Phosphate zeigt uns das Alter des Gesteins", erklärt Mahesh Anand auf einer Pressekonferenz des Europäischen Forums für Wissenschaftsjournalismus in Barcelona.

"Kalahari 009 ist offensichtlich vulkanischen Ursprungs", sagt Anand. Und der Meteorit liefert den bisher besten Einblick in die bewegte Frühgeschichte des Mondes. Die Mondgesteine, die während der Apollo-Missionen auf der Oberfläche des Erdtrabanten gesammelt wurden, weisen dagegen nur ein Alter von etwa 3,9 Milliarden Jahren auf.

Drei Modelle schlagen die Forscher für den Ursprung des Mondvulkanismus vor. So könnten radioaktive Zerfallsprozesse die Hitze zum Aufschmelzen der Gesteine geliefert haben. Auch Instabilitäten im Mondinneren hätten genug Energie für einen passiven Schmelzprozess bereitstellen können. "Doch von den insgesamt drei Modellen ist der Einschlag von Meteoriten die wahrscheinlichste Ursache", sagt Anand auf der Grundlage der Kalahari 009-Analyse.