Vor dem Start: Columbus, Europas Labor im All

Am 6. Dezember beginnt eine neue Epoche der europäischen Raumfahrt: Die amerikanische Raumfähre Atlantis startet mit dem Weltraumlabor Columbus an Bord zur Internationalen Raumstation ISS.

Columbus-Weltraumlabor
Columbus-Weltraumlabor

Paris (Frankreich)/Oberpfaffenhofen - Jahrelang haben Wissenschaftler überall in Europa auf diesen Start gewartet, nun fiebern sie der Durchführung ihrer Versuche entgegen.

Columbus ist das Kernstück der europäischen Beteiligung an der ISS. Innerhalb von zehn Jahren sollen in dem Labor Tausende von Experimenten unter anderem in den Bereichen Medizin, Biologie, Materialwissenschaften und Flüssigkeitsdynamik durchgeführt werden. Bei einem Durchmesser von 4,5 und einer Länge von 6,9 Metern bietet das 13 Tonnen schwere, tonnenförmige Weltraumlabor insgesamt 75 Kubikmeter Platz. Bis zu drei Astronauten können gleichzeitig in dem Labor arbeiten. Insgesamt waren unter der Federführung von EADS Space Transportation in Bremen 41 Firmen aus 14 Ländern an Entwicklung und Bau des 880 Millionen Euro teuren Weltraumlabors beteiligt.

Die Experimente sind in insgesamt zehn standardisierten, schrankförmigen Bauelementen an den Außenwänden des Moduls untergebracht. Aus Gewichtsgründen kann die Raumfähre zunächst allerdings nur vier Experimentalschränke mit Columbus zusammen ins All befördern, weitere Versuchseinrichtungen folgen dann bei künftigen Shuttle-Missionen zur ISS.

Bevor es mit den Forschungen losgehen kann, muss das Labor erst einmal betriebsbereit gemacht werden -- eine Mammutaufgabe für die Astronauten. Dabei sind auch zwei mehrstündige Außeneinsätze der Raumfahrer nötig, unter anderem um zwei externe Experimente außen am Columbus-Modul zu befestigen, die separat in der Atlantis-Ladebucht befördert werden. In einigen Wochen übernimmt dann das Columbus-Kontrollzentrum im deutschen Oberpfaffenhofen die Kontrolle über das Weltraumlabor. Insgesamt 75 Wissenschaftler und Ingenieure stehen dort ständig bereit, um die europäischen Experimente auf der ISS zu steuern und zu überwachen.