Supernova von 1987 - nach 20 Jahren erklärt?

Im Februar 1987 leuchtete in der Großen Magellanschen Wolke eine Supernova auf, ein explodierter Stern. Bis heute rätseln die Astronomen, was für ein Stern damals explodiert ist und wie diese Explosion verlaufen ist. Jetzt ist es zwei Forschern erstmalig gelungen, mit einer Computersimulation die beobachteten Strukturen der Supernova zu erklären.

Oxford (Großbritannien) - Demnach sind bereits 20.000 Jahre vor der Explosion zwei Sterne miteinander zusammengestoßen - und es gab nicht eine, sondern zwei Explosionen. Die Wissenschaftler präsentieren die Ergebnisse ihrer Simulationen im Fachblatt "Science".

"Die Supernova 1987A in der Großen Magellanschen Wolke war eines der wichtigsten astronomischen Ereignisse der 1980er Jahre", schreiben Thomas Morris und Phillipp Podsiadlowski von der University of Oxford, "aber sie war hochgradig ungewöhnlich." So erwarten die Astronomen als Vorgängerstern einer Supernova einen Roten Riesenstern - doch 1987A war vor der Explosion ein Blauer Riese. Außerdem enthielt der Vorgängerstern in seinen Außenschichten zu viel Helium - Anzeichen für eine ungewöhnliche Durchmischung der Sternmaterie. Und schließlich war die Supernova von einer komplexen Struktur umgeben, drei einander überlagerten Gasringen.

Seit langem kursiert unter den Astronomen der Verdacht, der Supernova könnte die Verschmelzung von zwei massenreichen Sternen vorangegangen sein. Damit ließen sich prinzipiell die ungewöhnliche Farbe des Sterns und der hohe Heliumanteil erklären. "Doch bislang gab es keinen schlüssigen Beweis dafür, dass eine solche Verschmelzung tatsächlich stattgefunden hat", so Morris und Podsiadlowski.

Diesen Beweis liefern die beiden Forscher nun, denn ihre Simulation kann auch die drei Gasringe um die Supernova erklären. Ihr detailliertes hydrodynamisches Modell der beiden Sterne und des Verschmelzungsvorgangs zeigt, dass es zwei Explosionen gegeben hat. Die erste Explosion erzeugte eine einem Stundenglas ähnelnde Struktur aus ausgeworfener Materie. Von der Erde aus betrachtet, erscheint diese Struktur in Form zweier gegen die Supernova verschobener Ringe. Eine zweite Explosion schließlich führte zur Bildung des kleineren, inneren Ringes um die Supernova.

"Das von uns präsentierte hydrodynamische Modell liefert einen exzellenten Fit für den beobachteten Dreifach-Ring", freuen sich Morris und Podsiadlowski. Zudem mache ihr Modell eine Reihe von Vorhersagen - beispielsweise über die Masse und die chemische Zusammensetzung der Ringe. Damit lässt sich das Modell also durch weitere Beobachtungen überprüfen.